Deutsch-polnische Polizei-Projekte: Weniger Autodiebstahle

Deutsch-polnische Polizei-Projekte: Weniger Autodiebstahle

Die deutsche und die polnische Polizei wollen im Grenzgebiet ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. In diesem Jahr sei die Kriminalität in Brandenburger Gemeinden entlang der polnischen Grenze zurückgegangen, wie aktuelle Zahlen der Polizei belegen. «Das ist ein gemeinsamer Erfolg von vielen gemeinsamen Projekten», sagte Polizeisprecher Mario Heinemann während einer Grenztagung im polnischen Kostrzyn (Küstrin) am Dienstag.

Polizeikelle

© dpa

Ein Polizist bittet um Anhalten.

In den ersten neun Monaten des Jahres sei der Diebstahl von Autos aus den 24 Grenzgemeinden in Brandenburg nach Angaben der Brandenburger Polizei um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Auch in anderen Kriminalitätsbereichen verzeichneten die Ermittler einen Rückgang in den Grenzgemeinden - eine Ausnahme mache nur die Stadt Frankfurt (Oder).
Mit koordinierten Kontrollen wollen die Polizeibehörden die Überwachung des Lkw-Verkehrs intensivieren. Geplant sei, die Termine der Kontrollen und die technische Überwachung beiderseits der Grenzen zu koordinieren, wie die Polizei in Brandenburg vorab mitteilte.
Außerdem sollen gemeinsame Streifen deutscher und polnischer Polizisten weitergeführt werden. Dazu soll das EU-Projekt «Im Tandem - Polizeiarbeit über Grenzen» um ein weiteres Jahr verlängert werden. Eigentlich sollte dazu am Dienstag eine Erklärung unterzeichnet werden. Doch dazu kam es nicht. Gründe konnte die Polizei nicht nennen. Die Unterzeichnung sei jedoch nur ein schriftlicher Akt. Der Wille zur Zusammenarbeit bestehe auf beiden Seiten.
Bei der Tagung tauschten sich die Ermittler auch zu einem weiteren Thema aus, dessen Bekämpfung europäischen Strafbehörden Probleme bereite. Die Ermittler sprechen von «grenzüberschreitender Abfallverschiebung». Gemeint ist Müll wie beispielsweise Bauschutt, der in Lkws aus England oder anderen EU-Ländern über Deutschland nach Polen gebracht wird, erklärte Heinemann. Der Abfall werde in Deponien gebracht und dort verbrannt.
In Brandenburg seien in der Vergangenheit 58 große illegale Mülldeponien aufgedeckt worden. Nach den Worten von Heinemann wurde illegaler Müll in Gruben stillgelegter Tagebaue geschüttet. Dadurch seien dem Land Sanierungskosten in Höhe von 500 Millionen Euro entstanden. Durch hohen Verfolgungsdruck und gezielte Kontrollen sei man dem Problem in Brandenburg begegnet und habe Erfolge erzielt. Doch die Fahrer der Lastwagen bringen den Müll nun weiter nach Polen. «Wir wollen unsere Erfahrungen mit den polnischen Kollegen teilen», sagte Heinemann.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 29. Oktober 2019 17:49 Uhr

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