Schloss Dahlwitz bekommt neuen Schlossherren

Schloss Dahlwitz bekommt neuen Schlossherren

Schloss Dahlwitz in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) hat seit Donnerstag einen neuen Besitzer. Für deutlich mehr als 950 000 Euro - so der ursprüngliche Verkaufspreis für das Anwesen samt Parkanlage - wurde das Schloss an einen Privatmann verkauft. Bislang gehörte es laut Angaben der Brandenburgischen Schlösser GmbH (BSG).

Die spätklassizistische Turm-Villa

© dpa

Die spätklassizistische Turm-Villa.

«Wir hatten viele Interessenten für das Objekt, haben an erster Stelle jedoch einen Käufer gesucht, der sich sorgsam um die Villa kümmert», sagte der Sprecher der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz (DSD), Steffen Skudelny. Demnach müssten gute Denkmalschützer nicht zwingend Privatpersonen sein. In diesem Fall habe jedoch das vorgelegte, nachhaltige Pflege- und Nutzungskonzept überzeugt.
Mit dem Kauf habe sich der Käufer dazu verpflichtet, den Charakter des Denkmals nicht zu zerstören. Das beinhalte, dass die dazu gehörige Parkanlage für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe und die Fassaden regelmäßig gepflegt würden. Der Käufer wolle das Anwesen mit seiner Familie teilweise als Wohnbereich und teilweise zu kulturellen Zwecken nutzen.
Laut Angaben der DSD wurde Schloss Dahlwitz im Jahr 1855 für Karl Heinrich von Treskow erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Turmvilla in den 1950er Jahren als Kindertagesstätte. Vor fünfzehn Jahren habe die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG) die Pflege für das damals akut bedrohte Objekt übernommen. «Wir begannen sofort mit der Notsicherung und dem gröbsten Schutz vor dem Verfall. Seitdem liefen die sehr aufwendigen Sanierungsarbeiten», sagte Skudelny. Ein besonderes Merkmal sei die Nähe zu Berlin und die gute Anbindung.
Seit 1992 kümmere sich die BSG um denkmalgerechte Sanierung und Pflege der Brandenburger Schlösser und Herrenhäuser. Schloss Dahlwitz ist laut Angaben nur eines von zehn Schlössern im derzeitigen Besitz der BSG. Bis 2022 sollen alle Immobilien an geeignete Interessenten verkauft werden. Der Erlös aus den Verkäufen werde laut Angaben der DSD für die Rettung und Sanierung weiterer Denkmäler eingesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 24. Oktober 2019 14:33 Uhr

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