Bundespräsident wertet Vorschlag zur Garnisonkirche positiv

Bundespräsident wertet Vorschlag zur Garnisonkirche positiv

Der Vorschlag für eine internationale Jugendbegegnungsstätte auf dem Gelände der Potsdamer Garnisonkirche stößt bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf ein positives Echo. «Der Bundespräsident hat die Schirmherrschaft über den Wiederaufbau des Turmes der Garnisonkirche übernommen und zwar mit der Erwartung, dass hier ein Lernort der deutschen Geschichte entsteht», erklärte eine Sprecherin des Bundespräsidenten am Montag. Die wiederaufgebaute Garnisonkirche solle ein Ort werden, an dem sich die Öffentlichkeit kritisch mit der Geschichte des Baus auseinandersetzen könne. «Der Bundespräsident begrüßt Vorschläge, die dazu beitragen können, einer einvernehmlichen Lösung näher zu kommen.» Die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» hatten zuvor berichtet.

Frank-Walter Steinmeier (SPD)

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Frank-Walter Steinmeier (SPD), Bundespräsident, hält eine Rede. Foto: Andreas Arnold/Archivbild

Der Turm der Kirche wird derzeit wieder aufgebaut. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte vorgeschlagen, auf dem Gelände nach dem Wiederaufbau des Turms statt eines Kirchenschiffs eine internationale Stätte für Bildung und Demokratie zu errichten. Bereits gegen den Wiederaufbau des Turms wenden sich mehrere Initiativen. Kritiker erinnern an den «Tag von Potsdam»: Am 21. März 1933 reichte Reichspräsident Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Kirche die Hand. Die Stiftung Garnisonkirche betont, sie wolle im Neubau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen. Die Sprecherin des Bundespräsidenten erklärte: «Die Potsdamer Garnisonkirche ist ein schwieriger, ein anspruchsvoller Erinnerungsort. Er trägt all die Widersprüche der preußischen und deutschen Geschichte in sich.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. September 2019 16:10 Uhr

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