Analyse: Parteien setzen in Wahlprogrammen auf das «Land»

Analyse: Parteien setzen in Wahlprogrammen auf das «Land»

Nur noch wenige Tage, bis die Brandenburger ihre Kreuzchen bei der Landtagswahl machen können. Welche Wörter kommen in Wahlprogrammen am häufigsten vor? Das hat sich die Uni Potsdam angesehen.

Landtag Brandenburg

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Eine Sitzung im Brandenburger Landtag. Foto: Bernd Settnik/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Alle größeren Parteien in Brandenburg haben in ihren Wahlprogrammen nach einer Analyse der Universität Potsdam besonders oft das Substantiv «Land» verwendet. Das Hauptwort sei in den Programmen von SPD, AfD, Linke, CDU, Grüne und FDP jeweils am häufigsten benutzt worden, heißt es in der Analyse des Juniorprofessors für deutsche Literatur, Peer Trilcke. Er hat die Haupttexte der im Internet verfügbaren sechs Wahlprogramme nach der Häufigkeit aller Wörter, von Substantiven, Verben, Adjektiven und von charakteristischen Inhaltswörtern untersucht.
Das Wort «Land» hat zum Beispiel im Haupttext des SPD-Wahlprogramms im Netz einen Anteil von 0,83 Prozent, von der AfD von 0,55 Prozent. Das häufigste Adjektiv der sechs Wahlprogramme ist demnach das Wort «gut».
Neben den Listen häufigster Substantive, Adjektive und Verben gibt es auch die Auflistung charakteristischer Wörter. «Die charakteristischen Adjektive treffen aus meiner Sicht sehr überzeugend den programmatischen Kern der einzelnen Parteien», sagte Trilcke der Deutschen Presse-Agentur. Für die SPD charakteristisch ist der Analyse zufolge das Wort «erfolgreich», für die AfD das Wort «deutsch». Für die CDU ist demnach das Wort «digital» typisch, für die Linke «sozial», für die Grünen «ökologisch» und für die FDP «privat».
Das charakteristischste Wort generell im Wahlprogramm ist für die SPD der Analyse zufolge «Zuhause», für die AfD «fordern», für die Linke «sichern». Als charakteristisch für die CDU wird das Wort «Katastrophenschutz» gesehen, für die Grünen das Wort «wollen», für die FDP «Hebamme». Allerdings heißt das nicht, dass diese Wörter die häufigsten in den Wahlprogrammen sind: Das Wort Katastrophenschutz komme im CDU-Programm zwar nur 19 Mal vor, in den anderen fünf Programmen aber nur 10 Mal, so dass es für die CDU besonders charakteristisch sei, heißt es in der Untersuchung.
Am 1. September sind rund zwei Millionen Brandenburger zur Landtagswahl aufgerufen. In den jüngsten Umfragen lag die SPD gleichauf mit der AfD bei 20,3 (Civey, Spiegel Online) bis 22 Prozent (Infratest dimap, ARD) oder mit 21 Prozent leicht vor der AfD, die auf 20 Prozent kommt (Forschungsgruppe Wahlen, ZDF). Die CDU erreichte 17 bis 18 Prozent, die Linke 14 bis 15 Prozent, die Grünen 14 bis 14,8 Prozent. Die FDP kam auf 4,9 bis 5 Prozent, die Freien Wähler wurden von 4 bis 5 Prozent genannt.
Wenige Tage vor der Wahl melden sich Organisationen, Verbände und Gewerkschaften mit Wahlaufrufen zu Wort. «Wir fordern alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, im eigenen Interesse zu wählen», erklärte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach.
Der Islamverband Milli Görüs meldete sich ebenfalls zu Wort. «Es geht bei diesen Wahlen auch um die Frage, in was für einer Gesellschaft, in was für einem Land wir leben wollen», teilte die Islamgemeinschaft in Köln mit. «Soll sie geprägt sein von Offenheit und Vielfalt oder von Rassismus, Angst und Hass?»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 29. August 2019 16:40 Uhr

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