60 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück: Ausstellung im Wasserwerk

60 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück: Ausstellung im Wasserwerk

Das ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Fürstenberg/Havel steht vor dem 60. Jahrestag der Gründung der Mahn- und Gedenkstätte. Mitte September wird dort eine neue Ausstellungsfläche eröffnet.

Fürstenberg/Havel (dpa/bb) - Mit Lebensgeschichten der weiblichen Häftlinge im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück will die Mahn- und Gedenkstätte in Fürstenberg/Havel an den 60. Jahrestag ihrer Gründung erinnern. Eine neue Ausstellung dazu werde am 14. September im sanierten Wasserwerk des früheren KZ eröffnet, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag mit. In der Schau sollen auch die politischen Konflikte beim Aufbau der Gedenkstätte Thema sein.
«In der DDR unterstützte die Organisation der Überlebenden die Entstehung der Gedenkstätte, stritt aber mit der SED um den angemessenen Platz der Frauen in der Widerstandsgeschichte», so die Stiftung. Nach der Wende sei die Geschichte der Frauen im Widerstand in den Hintergrund gerückt oder sogar politisch entwertet worden, sagte Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach. «Die Ausstellung will diesen Frauen und der Vielfalt ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus neue Aufmerksamkeit schenken.» Neben dem rund 200 Quadratmeter großen Ausstellungsbereich wird in einem separaten Raum mit eigenem Zugang das Totenbuch des KZ Ravensbrück präsentiert.
Das eingeschossige Gebäude des Wasserwerks war 1939 als eines der ersten Gebäude des KZ-Komplexes errichtet worden. Dort war auch die Funkstation und die Garage der Fahrbereitschaft untergebracht, die nun als Ausstellungsraum hergerichtet wurde. Die historische Pumpen- und Wasseraufbereitungsanlage des ehemaligen KZ-Wasserwerks bleibt als technisches Denkmal erhalten. Das Gebäude war seit Ende 2015 für knapp 1,3 Millionen Euro saniert worden.
Im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück waren während des Zweiten Weltkriegs rund 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche inhaftiert. Zehntausende Häftlinge wurden ermordet oder starben an den Haftbedingungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 29. August 2019 15:40 Uhr

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