Umfrage: Sachsens CDU legt vor der Landtagswahl zu

Umfrage: Sachsens CDU legt vor der Landtagswahl zu

Am Sonntag wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Umfragen sehen die sächsische CDU vorne. Doch eine Regierung mit der SPD allein scheint unwahrscheinlich.

Michael Kretschmer (CDU)

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Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert

Dresden (dpa/sn) - Unmittelbar vor der Landtagswahl in Sachsen hat die CDU ihren Vorsprung vor der AfD leicht ausgebaut. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey für «Spiegel Online».
Danach verbessert sich die CDU von Regierungschef Michael Kretschmer um einen Punkt und liegt mit 29 Prozent deutlich vor der AfD, die bei 25 Prozent verharrt. Die SPD verharrt laut Civey-Umfrage als bisheriger Koalitionspartner der CDU auf knapp 9 Prozent. Damit liegt sie deutlich hinter der Linken (15 Prozent) und den Grünen (11 Prozent). Die FDP kommt laut Umfrage auf 6 Prozent.
Für die bisherige schwarz-rote Regierungskoalition würde es mit diesen Ergebnissen nicht reichen. Möglich wäre ein Dreier-Bündnis mit den Grünen.
Am Sonntag wird in Sachsen und Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Nach der Civey-Umfrage klettert die brandenburgische SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke von 18 auf 20 Prozent und zieht im Vergleich zur Auswertung von vor zwei Wochen mit der AfD gleich. Wenn die jüngsten Umfragen zutreffen, hätte die rot-rote Koalition in Potsdam jedoch keine Chance.
Die sächsische AfD hat wegen der Kürzung ihrer Kandidatenliste eine Strafanzeige gegen Ministerpräsident Kretschmer angekündigt. «Wir wollen den Vorgang umfassend aufklären, damit die Demokratie in Sachsen keinen weiteren Schaden nimmt», begründete der Landesparteivorsitzende Jörg Urban das Vorgehen. Seine Partei geht von Rechtsbeugung aus. Der Wahlausschuss hatte Anfang Juli die 61 Bewerber umfassende AfD-Landesliste wegen formaler Mängel auf 18 Kandidaten gekürzt. Vor dem Verfassungsgericht in Leipzig erzielte die AfD später einen Teilerfolg und bekam 30 Bewerber bestätigt.
Unterdessen wehrt sich die Stiftung Frauenkirche Dresden gegen eine Vereinnahmung durch die AfD. Mit einer fast halbseitigen Anzeige in zwei großen Dresdner Tageszeitungen wirbt sie für ein respektvolles Miteinander. «Wir alle sind gefordert, Respekt zu üben, Demokratie zu leben und einander im Vertrauen zu begegnen», sagte Geschäftsführer und Pfarrer Sebastian Feydt der Deutschen Presse-Agentur. In der Wahlwerbung der sächsischen AfD ist das Bauwerk hinter dem Porträt von Landeschef Jörg Urban deutlich zu erkennen. «Dieser Umdeutung widersprechen wir mit der wahrhaftigen Erinnerung an seine Geschichte und seine Friedensbotschaft», erklärte Feydt.
Die Umfrage-Ergebnisse von Civey ähneln stark der am Dienstag veröffentlichten Wahlumfrage, die das Institut Insa für die «Bild»-Zeitung durchgeführt hatte. Die CDU käme demnach ebenfalls auf 29 Prozent, die AfD auf 25 Prozent.
Im am vergangenen Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer, das von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ermittelt wurde, liegt die CDU mit 31 Prozent sechs Prozentpunkte vor der AfD. Die einen Tag zuvor veröffentlichte Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD-«Tagesthemen» kam auf ähnliche Werte: Die CDU kam demnach auf 30 Prozent, die AfD auf 24 Prozent.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 28. August 2019 17:50 Uhr

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