Nach Waldbrand in Brandenburg: Neues Leben regt sich langsam

Nach Waldbrand in Brandenburg: Neues Leben regt sich langsam

Rund ein Jahr ist der verheerende Waldbrand in Treuenbrietzen in Brandenburg her. Bis wieder ein staatlicher Baumbestand herangewachsen ist, wird es Jahrzehnte dauern. Doch es gibt erste Neuanpflanzungen. Das Land versprach Unterstützung.

Kleine Kiefer wächst ein Jahr nach Waldbrand

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Eine kleine Kiefer wächst auf einer Wiederaufforstungsfläche rund ein Jahr nach dem großen Waldbrand in Treuenbrietzen. Foto: Patrick Pleul

Treuenbrietzen (dpa) - Zartes Grün zeigt sich an verschiedenen Stellen - doch in Sichtweite erinnern verkohlte Kiefernstämme an die Katastrophe vor einem Jahr rund um Treuenbrietzen in Brandenburg. Bei dem Feuer waren rund 334 Hektar Wald vernichtet worden. In ganz Brandenburg gab es 2018 mehr als 500 Waldbrände, denen 1650 Hektar zum Opfer fielen. Seit Jahresanfang brannte es mehr als 350 Mal.
Fast in Reih und Glied stehen in dem Waldgebiet bei Treuenbrietzen etwa kniehohe zarte Stämmchen von Pappeln und Eichen. «Das Feuer hatte den kompletten Baumbestand vernichtet», sagte Wolfgang Seehausen, Vorsitzender der Waldgenossenschaft Bardenitz, am Montag. Den 80 Mitgliedern der Genossenschaft gehören 625 Hektar. 100 Hektar gingen bei dem Brand verloren. Am Montag präsentierte er Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) erste Erfolge der Wiederaufforstung.
Die Winzlinge haben sich gut entwickelt. Erst im Frühjahr kamen die damals nur handgroßen Setzlinge in den Boden. Der Verband der deutschen Forstbaumschulen hatte Tausende Bäumchen für die Wiederaufforstung auf 3,24 Hektar gespendet.
Die Vorfinanzierung des Kaufes von Pflanzen bereite den Waldeigentümern oft Probleme, sagte Minister Vogelsänger. Für einen neuen Hektar Wald - Kauf von Pflanzen, aber auch das Errichten von Wildzäunen - kämen schnell etwa 10 000 Euro zusammen. Das Land wolle da unterstützen. «Wenn der Bund wie angekündigt Gelder bereitstellt, werden wir dafür sorgen, dass sie bei den betroffenen Waldbesitzern ankommen», sagte er.
Brandenburger Forstexperten seien zudem am 25. September beim «Waldgipfel» in Berlin dabei, wo Bund und Länder über konkrete Hilfen sprechen wollen. Vogelsänger schlug auch vor, das Brandenburger Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde breiter aufzustellen. Die Erfahrungen der Länder könnten da einfließen. «Wiederaufforstung erfordert einen langen Atem. Das ist eine Aufgabe für Generationen», sagte er. Er wisse, dass die Waldbesitzer eine Brandfläche möglichst schnell wieder bepflanzen wollen.
Die gespendeten Bäume genießen bei der Waldgenossenschaft eine Extrabehandlung. Teilweise mit Gießkannen wurden sie einzeln während der Hitzetage gewässert. Fast alle haben überlebt, sagte Seehausen. Das könne man sich aber nicht immer leisten.
Zu Füßen der gesetzten Bäumchen haben sich winzige Kiefern selbst ausgesät, die noch fast wie Grasbüschel aussehen. Auch Birken siedelten sich unabhängig von Menschenhand an. «Der Mix gefällt uns», sagte Seehausen.
Im Stadtwald von Treuenbrietzen, der auch durch das Feuer vernichtet wurde, läuft derzeit ein wissenschaftliches Projekt. Dort wird ganz auf die heilende Kraft der Natur gesetzt. Wissenschaftler beobachten, welche Bäume dort wachsen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. August 2019 19:30 Uhr

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