Italienisches Flair bei Schlössernacht: Proteste am Samstag

Italienisches Flair bei Schlössernacht: Proteste am Samstag

Gute Stimmung bei der Potsdamer Schlössernacht. Mit Musik, Kunst und Lichtinstallationen lockt sie Tausende Besucher nach Sanssouci. Die Mitarbeiter der Schlösser gehen indes für mehr Geld auf die Straße.

Potsdamer Schlössernacht

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Farbig ist die Orangerie während der Potsdamer Schlössernacht im Park Sanssouci beleuchtet. Foto: Jens Kalaene

Potsdam (dpa/bb)- Die Potsdamer Schlössernacht hat für zwei Tage Italien in die historischen Schlösser und Gärten geholt. Für «Una Notte Italiana», eine «Italienische Nacht», zeigte der Park Sanssouci die Kultur und Lebensart der Italiener. Gebäude, Skulpturen und Landschaft wurden dafür kunstvoll erleuchtet und bildeten die Kulisse für Kammermusik, Theater und Kleinkunst. Bei Lesungen sorgten unter anderem Moderator und Autor Max Moor sowie Schauspielerin Katharina Thalbach für literarische Unterhaltung. Zudem wurde Kulinarisches aus Italien angeboten, darunter Gnocchi, verschiedene Pestosorten und italienische Kaffeespezialitäten.
Die Veranstalter zogen abschließend eine positive Bilanz. Der Samstagabend sei ausverkauft gewesen, am Freitag seien mehr Besucher gekommen als im vergangenen Jahr, teilten die Kultur im Park GmbH und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am Sonntag mit. An beiden Tagen kamen knapp 36 000 Besucher. Damit hat sich aus Sicht der Veranstalter das Konzept, die Schlössernacht an zwei Abenden zu veranstalten, bereits etabliert. Im vergangenen Jahr hatten 35 000 Menschen die Schlössernacht besucht. In den Jahren zuvor waren die Besucherzahlen immer weiter zurückgegangen.
Erstmals waren auch das Schloss Charlottenhof, die Römischen Bäder und der Nordische Garten in die Veranstaltungen mit einbezogen. Darsteller in Kostümen mischten sich unter die Besucher. An den römischen Bädern sang ein Gondoliere. Die Anlagen wurden in Erinnerung an die Italienliebe der Preußenkönige Friedrich II. (1712-1786) und Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) präsentiert.
Mitarbeiter der Schlösser, darunter Kassierer und Besucherbetreuer gingen am Samstag für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi demonstrierten etwa 100 Beschäftigte der Fridericus Servicegesellschaft vor dem Brandenburger Tor in Potsdam. Die Öffentlichkeit und die Besucher der Schlössernacht sollten nach Angaben der Gewerkschaft auf die prekäre Situation der Beschäftigten aufmerksam gemacht werden.
Die Fridericus Servicegesellschaft (FSG) ist eine 100 prozentige Tochter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Alle Kassenkräfte, Schlossführer und auch das Reinigungspersonal sind bei der Servicegesellschaft beschäftigt. Seit ihrer Ausgliederung aus der Stiftung im Jahr 2006 werden die Beschäftigten nach Angaben von Verdi bei Fridericus nicht mehr nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt, sondern nur knapp oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 18. August 2019 17:00 Uhr

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