Linke-Politiker: Sorben als indigenes Volk anerkennen

Linke-Politiker: Sorben als indigenes Volk anerkennen

Im Herbst 2018 haben Sorben zwar ein eigenes Parlament gewählt. Doch richtige Entscheidungskompetenzen hat der Serbski Sejm nicht. Deshalb machen Sorben-Vertreter immer wieder politische Forderungen auf.

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Der sächsische Linke-Politiker Heiko Kosel hat die Anerkennung der Sorben als indigenes Volk gefordert. Foto: S. Kahnert/Archivbild

Dresden (dpa) - Der sächsische Linke-Politiker Heiko Kosel hat die Anerkennung der Sorben als indigenes Volk gleich den Indianern oder Inuit gefordert. Als Indigene wurden früher die Ureinwohner eines Landes bezeichnet. Damit verknüpfte Kosel am Donnerstag das Recht der Sorben auf Selbstbestimmung in Bereichen wie Ressourcen und Umwelt, Bildung, politische Teilhabe und Selbstverwaltung. So ist es in der Konvention 169 der internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) festgehalten. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker haben bisher aber nur 23 Staaten diese ILO-Konvention ratifiziert, in Europa Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Spanien und Luxemburg.
Laut Kosel sind im Bundestag bisher vier Versuche der Opposition zur Umsetzung der Menschenrechtsnorm erfolglos geblieben - unter anderem mit der Begründung, es gebe in Deutschland kein indigenes Volk. Das aber bestreitet der Linke-Politiker für die Sorben und Wenden und verweist auf die entsprechende ILO-Definition. Es sei notwendig, den Sorben wirkliche Mitbestimmungsrechte einzuräumen. Die bisherige Praxis der Sorbenräte bei den Landtagen in Sachsen und Brandenburg habe sich als nicht ausreichend erwiesen, weil Sorben dort nur das Recht auf Anhörung hätten.
Die slawische Minderheit der Sorben und Wenden lebt in der Lausitz im Süden Brandenburgs und im Nordosten von Sachsen. Ihr werden heute noch immer etwas 40 000 Angehörige in Sachsen und 20 000 in Brandenburg zugerechnet.
Am 9. August wird der Tag der indigenen Völker begangen. Dazu zählen beispielsweise die Indianer Nord- und Südamerikas, die Inuit der Polarregion, die Sami in Nordeuropa, die Aborigines in Australien und die Maori in Neuseeland. Nach Angaben von Amnesty International gibt es weltweit etwa 5000 verschiedene Völker mit etwa 370 Millionen Angehörigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. August 2019 15:40 Uhr

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