Klöckner: Fördermittel für Aufforstungen zügiger verteilen

Klöckner: Fördermittel für Aufforstungen zügiger verteilen

Borkenkäfer, Trockenheit und Waldbrände: Für die Wälder ist das eine immense Belastungsprobe. Jetzt muss aufgeforstet werden. Treuenbrietzen ist ein Freilandlabor. Zufällig brachte Bundesministerin Klöckner kräftigen Regen beim Besuch mit.

Klöckner (CDU) hält Regenschirm und steht neben Feuerwehrauto

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hält einen Regenschirm neben einem Feuerwehrauto. Foto: Carsten Koall

Treuenbrietzen (dpa/bb) - Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat an die Länder appelliert, Fördermittel des Bundes an Waldbesitzer zur Wiederaufforstung zügig weiter zugeben. «Das klappt in einigen Ländern besser, in anderen noch nicht», sagte Klöcker am Mittwoch bei einem Besuch in Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark). Sie kündigte an, dass in Kürze Vertreter der Landesministerien informiert werden, wie bereitgestellte Gelder schnell an die Empfänger gelangen.
Im Vorjahr wurden in Treuenbrietzen bei einem verheerenden Brand 400 Hektar Wald vernichtet, davon 140 Hektar Stadtwald. Das Feuer wütete einige Tage. Drei umliegende Dörfer mussten evakuiert werden.
Die Kommune benötige mehr finanzielle Förderung, um die Flächen wieder aufzuforsten, sagte Stadtförster Dietrich Henke. Auch für die notwendige Beseitigung von Kampfmitteln in bestimmten Bereichen fehle der Stadt das Geld. Fördermittel würden vom Land nicht zügig genug weitergegeben, kritisierte er. Die Kommune könne es sich nicht leisten, immer in Vorleistung zu gehen.
Vorgestellt wurde Klöckner ein wissenschaftliches Projekt auf einer Fläche von 28 Hektar Stadtwald. Gemeinsam mit Forschern der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) wird beobachtet, wie sich Wald nach einem Brand selbst heilen kann. Statt verbranntes Holz aus dem Forst zu räumen, entwickelt sich langsam daraus eine neue Vegetation. Kleine Pflanzen wachsen heran.
«Im Unglück gibt es eine Chance», sagte Klöckner zu dem Projekt und zum notwendigen Waldumbau, der in Brandenburg der Dominanz der Kiefer entgegenwirken will. Es sei wichtig, viele verschiedene Möglichkeiten ins Auge zu fassen, die bundesweit im vergangenen Jahr vernichteten 1100 Hektar Wald zu ersetzen.
Sie selbst erfuhr bei dem Besuch, wie geschädigt der Wald ist. Bei starkem Regen war ein Baum auf einen Waldweg gestürzt und hatte ihre Fahrt mit einem Feuerwehrauto gestoppt. Das Fahrzeug mit der Ministerin und Journalisten steckte kurzzeitig fest und musste den Weg bis zur nächsten Schneise rückwärts zurücklegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 31. Juli 2019 21:40 Uhr

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