Naturschützer geben Widerstand gegen A14-Elbquerung auf

Naturschützer geben Widerstand gegen A14-Elbquerung auf

Im langen Ringen zwischen Naturschützern und den Planern der Autobahn 14 haben sich beide Seiten für einen weiteren Abschnitt auf einen Kompromiss geeinigt - für die Elbquerung bei Wittenberge. Doch gebaut werden kann die Brücke deshalb noch lange nicht.

Autobahn 14

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Die Autobahn 14. Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild

Wittenberge/Magdeburg (dpa) - Im Streit um den Weiterbau der Autobahn 14 haben Naturschützer in Brandenburg ihren Widerstand gegen ein Trassenstück über die Elbe aufgegeben. Der dortige BUND-Verband einigte sich mit der Landesregierung auf einen Vergleich, wie ein Potsdamer Regierungssprecher sagte. Der Kompromiss soll am Dienstag vom Kabinett abgesegnet werden.
Bei der Einigung geht es konkret um eine Autobahnbrücke über die Elbe bei Wittenberge an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Am Sonntag will sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vor Ort über die geplanten Maßnahmen informieren.
Der BUND hatte gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Elbquerung beim Bundesverwaltungsgericht Klage eingereicht. Jetzt lenkt der Verband ein, weil er dem Land Zugeständnisse abringen konnte. Brandenburg habe jetzt zusätzliche Lärmschutz- und Ausgleichsmaßnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro zugesagt, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat am Freitag.
Der schon lange bestehende Teil der A14 geht vom Dreieck Nossen im sächsischen Kreis Meißen über Leipzig und Halle bis nach Magdeburg. Von dort soll sie bis nach Schwerin verlängert werden. Der Abschnitt zwischen dem brandenburgischen Karstädt (Prignitz) und Schwerin ist schon befahrbar. In Sachsen-Anhalt ist bis auf wenige Kilometer bei Magdeburg hingegen noch gar nichts fertig. Die sogenannte Nordverlängerung ist umstritten und ihr Bau wird immer wieder von Naturschützern beklagt. Deswegen sind die Arbeiten massiv im Verzug.
Die Einigung in Brandenburg führt nicht automatisch dazu, dass der betreffende Abschnitt jetzt schnell gebaut werden kann. Weil die Brücke über die Elbe auch die Bundesländergrenze quert, kann der Brandenburger Teil nur gemeinsam mit dem sachsen-anhaltischen Nachbarabschnitt gebaut werden. Doch gegen diesen sind aktuell sogar drei Klagen beim Bundesverwaltungsgericht anhängig.
Neben dem BUND-Landesverband Sachsen-Anhalt klagen auch die Verbandsgemeinde sowie die Hansestadt Seehausen gegen den Weiterbau. Ihre Hauptkritikpunkte sind mangelnder Lärmschutz für Anwohner und Tierwelt. Der BUND sorgt sich zudem um zahlreiche Arten wie Fischotter oder Fledermäuse. Ob der Brandenburger Kompromiss auch den Widerstand auf sachsen-anhaltischer Seite bricht, blieb am Freitag zunächst offen. BUND-Chef Ralf Meyer war zunächst nicht zu erreichen.
Das Magdeburger Verkehrsministerium ist zuversichtlich, eine Einigung hinzubekommen. «Wir sind in sehr guten und konstruktiven Gesprächen sowohl mit dem BUND als auch mit der Verbandsgemeinde Seehausen, aber über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart», sagte Ministeriumssprecher Andreas Tempelhof.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 26. Juli 2019 17:40 Uhr

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