Kindermörder: Sicherungsverwahrung für Silvio S. beantragt

Kindermörder: Sicherungsverwahrung für Silvio S. beantragt

Für den Mord an den beiden Jungen Elias und Mohamed ist Silvio S. bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Revisionsprozess geht es darum, ob für den 36-Jährigen die Sicherungsverwahrung angeordnet werden muss.

Revisionsprozess gegen Silvio S.

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Der Mörder Silvio S. steht in Handschellen und einer Aktenmappe vor seinem Gesicht in einen Verhandlungssaal. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Für den Mörder der Jungen Elias (6) und Mohamed (4) hat die Staatsanwaltschaft Potsdam Sicherheitsverwahrung beantragt. Der Angeklagte Silvio S. habe eine intensive Neigung zu Rechtsbrüchen und zu sexueller Gewalt, sagte Staatsanwalt Peter Petersen am Freitag in seinem Plädoyer im Potsdamer Landgericht. Die Nebenklage-Vertreter schlossen sich dem Staatsanwalt an. Die Verteidigung des 36-Jährigen plädierte dafür, die Sicherungsverwahrung nicht zu verhängen. Am kommenden Freitag (13.00 Uhr) soll ein Urteil ergehen.
In dem Revisionsprozess geht es darum, ob für Silvio S. nach Verbüßung seiner lebenslangen Haft die Sicherungsverwahrung angeordnet werden muss. Der 36-Jährige hatte im Jahr 2015 die Kinder Elias und Mohamed angelockt, missbraucht und getötet. Das Landgericht Potsdam verurteilte ihn bereits im Sommer 2016 wegen Mordes und Kindesmissbrauchs zu lebenslanger Haft. Die Richter lehnten jedoch eine Sicherungsverwahrung ab. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Revision beim Bundesgerichtshof ein, der dieser folgte.
Für die Sicherungsverwahrung muss das Gericht bei dem Angeklagten einen Hang zur Begehung weiterer schwerer Straftaten feststellen - und zwar in Form einer Prognose mit Blick auf die Zeit, nachdem er die lebenslange Haft verbüßt hat.
«Aus den Beweisen ergibt sich eindeutig ein Hang», sagte die Anwältin der Mutter von Elias in ihrem Plädoyer. Bei dem Angeklagten liege ein über Jahre hinweg eingeschliffenes Verhalten vor. Sonst könne man solche Taten nicht derart empathielos begehen.
Für Staatsanwalt Petersen ging es Silvio S. eindeutig um seine sexuelle Befriedigung. «Der Tod war nur Beiwerk», sagte er. Der Angeklagte könne vor sich selbst nicht eingestehen, wie «hässlich, brutal und bösartig» er sei, sagte Petersen.
Anders als die Haft ist die Sicherungsverwahrung keine Strafe. Sie dient dazu, die Allgemeinheit vor den Tätern zu schützen, die ihre Strafe bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten. Da die Verwahrung keine Strafe ist, müssen die Bedingungen deutlich besser sein als in der Strafhaft. Es muss auch ein größeres Therapieangebot geben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. Juni 2019 18:50 Uhr

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