Mädchen misshandelt: Verteidiger geht nicht von Tötung aus

Mädchen misshandelt: Verteidiger geht nicht von Tötung aus

Im Prozess wegen Misshandlung eines inzwischen verstorbenen Mädchens aus Eberswalde (Barnim) geht die Verteidigung nicht von einem Tötungsdelikt aus. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und auch die Nebenklage hatten in ihren Plädoyers vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) dagegen für den angeklagten Vater des Kleinkindes eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes beantragt. Am 21. Juni soll ein Urteil fallen.

Verhandlungssaal

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Blick in einen Verhandlungssaal des Landgerichtes. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Der 29-jährige Angeklagte soll die damals Zweijährige über Monate misshandelt, vernachlässigt und geschlagen haben. Im Oktober 2017 soll das Kind eine Treppe hinunter gestürzt und Tage später kollabiert sein. Erst da soll der Vater ärztliche Hilfe gesucht haben. Das Mädchen fiel ins Koma und wachte daraus bis zu seinem Tod in einem Kinderheim im April 2018 nicht mehr auf.
Zwar habe sich ein Anklagevorwurf - der Misshandlung von Schutzbefohlenen - bestätigt, sagte der Verteidiger am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Landgericht. Ein Tötungsdelikt liege jedoch seiner Meinung nach nicht vor.
Der 29-Jährige hatte das alleinige Sorgerecht für das Mädchen, da die leibliche Mutter das Kind nicht wollte. Der Vater hatte eine neue Familie gegründet und soll laut Anklage die Tochter als Störfaktor angesehen haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt auch gegen die Verlobte des Angeklagten wegen Mordes. Die vierfache Mutter sitzt in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 12. Juni 2019 16:30 Uhr

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