Mehrere Brände in Brandenburgs Wäldern

Mehrere Brände in Brandenburgs Wäldern

Höchste Alarmstufe: Erneut wird Brandenburg von Waldbränden heimgesucht. In Teltow-Fläming ist noch kein Ende der Löscharbeiten absehbar.

Waldbrand bei Hennickendorf

© dpa

Blick auf eine Rauchsäule eines Waldbrandes.

Mehrere Brände in Brandenburgs Wäldern haben am Montag (3. Juni 2019) größere Feuerwehreinsätze verursacht. Der größte Schaden entstand in einem Wald bei Hennickendorf/Berkenbrück (Teltow-Fläming). Innerhalb weniger Stunden verdoppelte sich dort die Schadensfläche auf rund 50 bis 60 Hektar, wie Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter von Brandenburg, sagte. Feuerwehrleute seien vor Ort, erklärte ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg. Bekämpft werde das Feuer mit Löschfahrzeugen. Nach Angaben des Landesbetriebes Forst war es in einem Kiefernjungbestand ausgebrochen.

Brände bei Jüterbog und Baruth

Das Feuer und ein Brand in der Nähe des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog seien noch nicht unter Kontrolle, teilte der Landkreis Teltow-Fläming am Abend mit. Ein dritter Brand in der Nähe von Baruth/Mark konnte im Laufe des Tages gelöscht werden. Alle verfügbaren Feuerwehren seien alarmiert worden, hieß es. Die Einsatzleitung liege derzeit bei den Feuerwehren der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und der Stadt Jüterbog. Hilfe komme außerdem aus dem Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark. Anwohner anliegender Ortschaften wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Autobahn wegen Waldbrand gesperrt

Am Nachmittag musste auf der A10 auf dem westlichen Berliner Ring in beide Richtungen der Abschnitt zwischen den Raststätten Falkensee und Havelland gesperrt werden. Laut Berliner Verkehrsinformationsdienst herrschten dort durch einen anderen Waldbrand Sichtbehinderungen. In Höhe der Raststätte Wolfslake war ein Feld in Brand geraten. Am Abend war die Fahrbahn in Richtung Norden wieder freigegeben.

Feuer bei Storkow

Um die Mittagszeit war außerdem ein Feuer in einem Waldstück bei Limsdorf bei Storkow ausgebrochen. Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragen waren hier etwa zwei bis drei Hektar Wald betroffen. Für das ganze Land galt die höchste Alarmstufe 5 mit einer sehr hohen Gefahr für Waldbrände.

Havelchaussee im Grunewald gesperrt

An der Havelchaussee im Berliner Grunewald brannten etwa 40.000 Quadratmeter Waldboden und Unterholz. Die Feuerwehr rückte mit 50 Einsatzkräften an, wie ein Sprecher sagte. Wenig später sei der Brand eingedämmt worden. Wegen des Brandes war die Havelchaussee zunächst gesperrt. Die Buslinie 218 wurde umgeleitet. Die Brandursache war zunächst nicht bekannt.

Rauch- und Grillverbot am und im Wald

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hat angesichts der hohen Waldbrandgefahr auf das geltende Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe hingewiesen. Ausgetrocknete Waldböden mit Laub und Reisig würden leicht Feuer fangen, hieß es. Wer im Wald rauche, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen.

Märkische Kiefern brennen wie Zunder

Das vergangene Jahr war nach Angaben des Brandenburger Agrarministeriums mit 512 Waldbränden auf 1674 Hektar außergewöhnlich. Brandenburg gilt als das am stärksten durch Brände gefährdete Bundesland in Deutschland. Auf 1,1 Millionen Hektar stehen zu 71 Prozent Kiefern. Die Bäume boten im Vorjahr durch lange Trockenheit kaum Widerstand gegen Schädlinge und brannten sehr schnell. Seit Jahresanfang gab es bereits 125 Brände in märkischen Wäldern.

Technische Lösungen gesucht

Das Land will sich auf die Situation künftig besser einstellen. Derzeit werden unter anderem technische Lösungen gesucht, um die Löschwasserversorgung auch über weite Strecken in den Wäldern zu sichern. Für die Brandbekämpfung aus der Luft werden Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei genutzt.
Waldbrand im Grunewald
© dpa

Waldbrand im Grunewald

Waldbrände haben jetzt auch Berlin erreicht: An der Havelchaussee in Berlin-Grunewald brannten am frühen Montagnachmittag etwa 40 000 Quadratmeter Waldboden und Unterholz. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Juni 2019 08:44 Uhr

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