Chef der Schlösserstiftung will auf 20. Jahrhundert blicken

Chef der Schlösserstiftung will auf 20. Jahrhundert blicken

Der neue Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg will den Besuchern stärker die Rolle der Bauwerke im Nationalsozialismus und der DDR-Zeit vermitteln. «In dieser Zeit ist viel passiert und das interessiert die Menschen, gerade die Jüngeren», sagte Christoph Vogtherr den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Samstag). «Wie war es etwa, als Teile des Parks Babelsberg und des Neuen Gartens im DDR-Grenzgebiet lagen oder als Schloss Oranienburg Sitz der SS war?» Im Schloss Cecilienhof in Potsdam werde gerade die für 2020 geplante Ausstellung zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz von 1945 vorbereitet.

Christoph Martin Vogtherr

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Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Foto: Bernd Settnik/Archivbild

Der neue Generaldirektor sieht eine Hauptaufgabe darin, die Orte zeitgemäßer zu erklären. «Wir tragen «Preußen» in unserem Namen, doch viele Besucherinnen und Besucher wissen nicht mehr, was Preußen ist», sagte Vogtherr der «Berliner Zeitung» (Samstag). «Die Schlösser sind große Kunstwerke, sie sind aber auch Orte, an denen Weltpolitik gemacht wurde, Entscheidungen getroffen wurden, an denen es Konflikte gab.» Außerdem sei mehr Sicherheitspersonal in den Parks nötig, um auf die bestehenden Regeln stärker pochen zu können, hatte er der «Märkischen Allgemeinen» aus Potsdam am Donnerstag gesagt. Die Schlösser kämpfen bisher mit Besucherschwund und Vandalismus. Vogtherr hatte im Februar sein neues Amt angetreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 1. Juni 2019 10:50 Uhr

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