Rund ein Fünftel der Brandenburger Kinder von Armut bedroht

Rund ein Fünftel der Brandenburger Kinder von Armut bedroht

Jedes fünfte Kind in Brandenburg ist von Armut bedroht. Familienministerin Susanna Karawanskij wies am Dienstag beim Besuch eines Eltern-Kind-Zentrums in Frankfurt (Oder) auf diese Zahl von 2017 hin und rief zu verstärktem Engagement gegen Kinderarmut auf. Der Anteil armutsgefährdeter Kinder sei zwar zurückgegangen, erklärte die Linke-Politikerin am Dienstag bei einem Besuch in Frankfurt (Oder). Sie betonte aber: «Benachteiligte Kinder haben besonders häufig gesundheitliche Nachteile, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung und infolgedessen ist der Übergang in das Erwerbsleben oft schwierig.»

Susanna Karawanskij

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Susanna Karawanskij (Die Linke), Familiensministerin von Brandenburg. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Nach den jüngsten verfügbaren Statistikdaten von Bund und Ländern lag die Quote der Armutsgefährdung bei den unter 18-Jährigen in Brandenburg im Jahr 2017 bei 20,1 Prozent. Bundesweit waren es 18 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Zahl in Brandenburg bei 21,1 Prozent. Kinder von Alleinerziehenden sind am meisten betroffen.
Als armutsgefährdet gilt, wer ein Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat - das waren im Jahr 2016 bundesweit monatlich 1064 Euro, berichtete das Statistische Bundesamt in seinem Datenreport 2018.
Ein Runder Tisch gegen Kinderarmut in Brandenburg hat Handlungsempfehlungen an Bund, Länder und Kommunen gerichtet: zum Beispiel eine Kindergrundsicherung als eine Leistung - statt einzeln Kindergeld, Kinderzuschlag und Grundsicherung - sowie ein Lohnkostenzuschuss für Alleinerziehende in Brandenburger Unternehmen und die Einrichtung von Familienzentren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. Mai 2019 14:40 Uhr

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