Immer mehr Geflüchtete arbeiten oder machen Ausbildung

Immer mehr Geflüchtete arbeiten oder machen Ausbildung

Flüchtlinge in Brandenburg profitieren von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Zahl derjenigen, die eine Arbeit finden oder sich ausbilden lassen, steigt.

Zwei Flüchtlinge arbeiten in einer Werkstatt

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Zwei Flüchtlinge arbeiten in einer Werkstatt gemeinsam an einem Werkstück. Foto: Sebastian Kahnert/Archivbild

Cottbus (dpa/bb) - In Brandenburg geht die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nach Angaben der Bundesagentur gut voran. Das belegten die Zahlen, die am Montag in Cottbus vorgestellt wurden, wie ein BA-Sprecher sagte. Demnach haben immer mehr Geflüchtete eine Arbeit oder machen eine Ausbildung. Im Oktober 2018 waren nach Angaben der Arbeitsagentur 4300 geflüchtete Menschen im Land sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im Vorjahreszeitraum waren es 2700. Das sei ein Zuwachs von 58 Prozent. Die Steigerungsrate ist damit nach Angaben der Agentur höher als im Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit lag der Zuwachs bei 46 Prozent.
Die größte Gruppe der Geflüchteten in Arbeit kam demnach aus Syrien (45 Prozent), gefolgt von Afghanistan (18 Prozent) und Iran (11 Prozent). Die meisten Menschen mit Fluchthintergrund arbeiteten den Angaben zufolge im Gastgewerbe, im Logistikbereich und bei Zeitarbeitsfirmen.
Auch die Zahl der Auszubildenden unter den Flüchtlingen hat sich erhöht. Im September 2018 absolvierten 544 Menschen eine duale Ausbildung. Das waren 236 mehr als im Vorjahreszeitraum.
Nach Angaben der Arbeitsagentur nehmen derzeit jeden Monat rund 150 Geflüchtete eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Brandenburg auf. Das sei gut für das Land, sagte der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking. «Brandenburg braucht gerade wegen der Demografie und den vielen offenen Arbeits- und Ausbildungsstellen Arbeitskräfte und jede Hand.»
Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte zu der Vorstellung der Zahlen in Cottbus: «Integration erfordert Geduld und Ausdauer. Aber sie ist auch eine große Chance für unser Land.» Woidke appellierte an die Betriebe, jungen Geflüchteten eine Chance zu geben, zum Beispiel über ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung.
Nach Aussage des Geschäftsführers der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, lindere die Wirtschaft damit nicht nur den Mangel an Arbeitskräften, sie werde auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Die Unternehmerverbände rechnen damit, dass sich im kommenden Jahr erstmals mehr als 1000 junge Menschen mit Fluchthintergrund um einen Ausbildungsplatz bewerben werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. Mai 2019 16:30 Uhr

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