Sieben neue Stolpersteine erinnern an Opfer der Nazis

Sieben neue Stolpersteine erinnern an Opfer der Nazis

Kleine Gedenktafeln erinnern auf Gehwegen an die Opfer des Nationalsozialismus - die Stolpersteine. In Cottbus wird ab Samstag an weitere jüdische Familien erinnert.

Stolpersteine

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Eine Passantin geht an sechs in den Boden eingelassenen Stolpersteinen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus vorbei. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv

Cottbus (dpa/bb) - In Cottbus erinnern bislang 83 Stolpersteine an das Schicksal jüdischer Familien in der Zeit des Nationalsozialismus - ab Samstag sollen es 90 sein. Die sieben neuen Gedenktäfelchen aus Messing werden vom Kölner Künstler Gunter Demnig auf den Gehwegen vor den letzten freiwilligen Wohnorten der Opfer verlegt, wie der Heimatverein Cottbus mitteilte.
Demnig ist der Erfinder der Stolpersteine und reist zur Verlegung nach Angaben des Vereins durch ganz Deutschland. Mit den zehn mal zehn Zentimeter großen Steinen wolle der Künstler die während der Nazizeit verhafteten, deportierten und ermordeten Menschen nicht in Vergessenheit geraten lassen, sagte Gudrun Breitschuh-Wiehe von der Arbeitsgruppe (AG) Stolpersteine.
Ein Stolperstein wird in Cottbus vor dem Haus in der Lausitzer Straße 19 verlegt und soll an Flora Tischler erinnern. Sie wurde 1942 in das Ghetto Warschau deportiert. Ein anderer Gedenkstein in der Bahnhofstraße 75 ist für die jüdische Familie Goldstein. Richard Goldstein flüchtete mit seiner Frau 1940 nach Bratislawa, um von dort mit einem Raddampfer nach Palästina zu emigrieren. Der Dampfer sank, die Schiffsbrüchigen kamen in ein italienisches Internierungslager. Dort starb Richard Goldstein im Januar 1943. Seine Frau Else konnte 1944 nach Palästina emigrieren.
Auf den Stolpersteinen wird eine Inschrift eingraviert. Sie enthält die Namen, das Geburtsdatum sowie das Datum der Deportation und wenn bekannt, auch das Datum des Todes. Ermöglicht wird die Verlegung der Stolpersteine durch Spenden. Etwa 120 Euro kostet die Verlegung eines Gedenksteins. Für jeden Stein werden künftig Paten gesucht.
In Städten und Gemeinden in ganz Deutschland gibt es Stolpersteine, darunter in Berlin, Potsdam, München und Hamm. Europaweit liegen 73 000 Stolpersteine in 23 Ländern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. Mai 2019 06:40 Uhr

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