Brandenburg will mehr Hilfe für Schäfer

Brandenburg will mehr Hilfe für Schäfer

Der Wolf ist mittlerweile heimisch in Brandenburg. Weidetierhalter sind in Sorge um ihre Schafe. Schutz kostet aber - nicht nur bei der Anschaffung.

Zwei Wölfe

© dpa

Wölfe in einem Gehege eines Wildparks.

Brandenburg will bei den Umweltministern der Länder für mehr Geld für Schäfer beim Schutz vor dem Wolf werben. Einen entsprechenden Vorschlag will das Land auf der ab Mittwoch tagenden Umweltministerkonferenz in Hamburg einbringen. Es gehe um die hundertprozentige Finanzierung des Unterhalts von Schutzeinrichtungen wie etwa Zäunen oder der Versorgung der Hütehunde, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Bislang wird in Brandenburg nur der Kauf der Hunde oder der Zäune gefördert. Seit Jahresanfang wurden in Brandenburg 74 Schafe gerissen. Im Vorjahr waren es insgesamt 235.
Das Geld soll nach Vorstellung des Ministeriums aus den Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz zur Entwicklung ländlicher Räume kommen. Die Summe, die dafür aus dem Fonds entnommen werde, müsse der Bund wieder aufstocken, sagte der Sprecher. Nach den Angaben zeichnet sich bereits eine breite Zustimmung zu dem Antrag unter den Ländern ab.
«Das ist ein mehr als notwendiger Schritt», sagte der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik. Die Politik habe nun erkannt, welche Bedeutung die Weidetierhaltung für den Erhalt der Naturschutzgebiete im Land habe. «Wenn nicht umgedacht wird, muss am Ende tief in die Tasche gegriffen werden, um Strafen der EU für nicht erfolgten Naturschutz zu bezahlen», sagte er. Es könne nicht sein, dass die Schäfer auf den Kosten für den Schutz ihrer Herden vor dem Wolf sitzen bleiben.
Wer dafür sorge, dass der Wolf heimisch werde, müsse klar sagen, wer für die Kosten aufkomme. Nach Kuczniks Berechnungen muss bei den 75 Betrieben des Landesverbandes von Ausgaben in Höhe von 4,5 Millionen Euro ausgegangen werden.
Ein ausgebildeter Französischer Pyrenäenberghund oder ein italienischer Maremmano-Abruzzese, der wirksam vor Wölfen schützen könne, koste zwischen 5000 und 7000 Euro, sagte der Schäfer. Dazu fielen noch zwischen 2500 Euro im Jahr pro Tier an: Tierarzt, Futter, Betreuung und später Sicherung des Lebensabends des Hundes, wenn er nicht mehr einsatzfähig sei.
Für präventive Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren wurden in Brandenburg zwischen 2008 und April 2019 rund 1,9 Millionen Euro Fördergelder gezahlt. Im ersten Quartal 2019 wurden 44 Anträge mit knapp 64 000 Euro gefördert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 8. Mai 2019 10:31 Uhr

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