Müll in Parks: Strafen schrecken kaum ab

Müll in Parks: Strafen schrecken kaum ab

Weggeworfene Pappbecher und ausgespuckte Kaugummis verschmutzen die Umwelt. Für die Verursacher kann das teuer werden. Aber auch hohe Geldstrafen entfalten anscheinend nur geringe Wirkung.

Kaugummi unterm Schuh

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Ein Mann tritt auf der Straße auf einen Kaugummi, der dann unter seinem Schuh klebt. Foto: Peter Steffen/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Auch hohe Geldstrafen verhindern in Potsdam und Cottbus nicht, dass Müll achtlos auf die Straße fliegt. Gerade auf Parkwiesen werden immer wieder Verpackungsreste und leere Kaffeebecher liegen gelassen, wie die Sprecher der beiden Städte mitteilten. Für Aufsehen sorgte vor kurzem die baden-württembergische Stadt Mannheim mit einer rigorosen Sanktionspolitik: Dort sollen die Bürger seit Anfang April 100 Euro zahlen, wenn sie einen Kaugummi auf den Boden spucken.
In Cottbus werden bis zu 500 Euro fällig, wenn Müll einfach auf die Straße fliege, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Trotzdem nehme die illegale Entsorgung zu. Diesbezügliche Zahlen würden jedoch nicht erfasst. In Potsdam werden bis zu 1000 Euro bei Verstößen gefordert.
Müll ist in vielen Kommunen ein ärgerliches Thema. «Die Leute beschweren sich über wilde Müllablagerungen, zum Beispiel neben Altglas- oder Altkleidercontainern, volle Müllsäcke oder illegalen Sperrmüll. Für die Kommunen ist die Beseitigung der wilden Ablagerungen mit erheblichem Aufwand verbunden», sagte Jens Graf vom Städte und Gemeindebund. Allein in Brandenburg an der Havel und in der Gemeinde Hoppegarten beträfen ein Drittel der Online-Beschwerden von Bürgern nur das Thema Müll.
Das Ordnungsamt Potsdam könne zwar keine Zunahme der Vermüllung in der Innenstadt feststellen, sagte der Sprecher der Stadt Potsdam, Jan Brunzlow. Dennoch gebe es problematische Schwerpunkte wie Parks und Spielplätze. In Frankfurt (Oder) kostet die Müllablagerung auf der Straße bis zu 300 Euro Bußgeld. Auch dort könne die Stadt nicht feststellen, dass die Vermüllung signifikant zugenommen habe, wie ein Sprecher mitteilte. Von einem Rückgang spricht man aber auch dort nicht.
Bei ausgespuckten Kaugummis - dem Fall, an dem sich die Diskussion um Mannheim entfachte - bleibt es in Cottbus nach Angaben der Stadt in der Regel bei einem Verwarngeld zwischen 10 und 55 Euro. Ähnlich handhabt es Frankfurt (Oder) mit Beträgen zwischen 15 und 55 Euro. Cottbus erhofft sich noch erzieherische Effekte bei den Müllsündern. In Potsdam haben die Ordnungsamtsmitarbeiter indes festgestellt: Bußgelder bringen meist nichts. «Dennoch werden mögliche Verursacher über die Folgen ihrer Achtlosigkeit aufgeklärt. Auch werden sie aufgefordert, den Müll zu beseitigen», sagte Brunzlow.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. April 2019 06:20 Uhr

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