Brandenburg sucht wieder Rettungsschwimmer

Brandenburg sucht wieder Rettungsschwimmer

Auch wenn sich vielen bei dem Gedanken ans Baden im Freien noch die Nackenhaare kräuseln: Die Saison steht vor der Tür. Hilfsorganisationen suchen dringend Unterstützung.

Rettungsschwimmer

© dpa

Ein Rettungsschwimmer springt in einem Schwimmbad ins Wasser.

In Brandenburg suchen Hilfsorganisationen für die kommende Badesaison wieder Rettungsschwimmer. Rund 1000 Helfer werden in diesem Jahr bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) voraussichtlich zum Einsatz kommen, wie der Landesverband auf Nachfrage mitteilte. Wie viele weitere Schwimmer genau benötigt werden, konnte der Verband nicht mitteilen. «Mehr Helfer wären dringend nötig, um die Gesamtbelastung abzufedern», sagte DRK-Referent für Einsatzdienste, Lee-J. Schumann.
Der extrem heiße Sommer im vergangenen Jahr habe den Rettern viel abverlangt, sagte Schumann. «Wir müssen dann häufig durchwechseln, damit die Helfer bei den vielen Badegästen nicht die Konzentration verlieren.» Ob dieser Sommer genauso hohe Anforderungen stellt, bleibt abzuwarten. Doch auch bei Normalbetrieb sind die Organisationen in Brandenburg auf viele ehrenamtliche Retter angewiesen.

DLRG bietet Kurse für Rettungsschwimmer an

«Die Überbelastung ist da», sagte Jens Serbser, technischer Leiter Einsatz bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). «Wenn es nicht genug Schwimmer gibt, kommt auf den einzelnen zu viel Verantwortung zu.» Das sei belastend. Zwar stieg die Zahl der aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr auf über 3800 an. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 3600. Darunter seien jedoch nur rund 560 aktive Schwimmer. Der Verein bietet fünf Mal pro Jahr Kurse für Rettungsschwimmer an.
Auch im vergangenen Jahr wurden Rettungsschwimmer gesucht. Dass nicht genug zusammen kommen, liege nicht unbedingt an der fehlenden Bezahlung, meint Serbser. Wichtiger seien die Rahmenbedingungen: Dazu gehörten etwa eine gute Ausrüstung und gut ausgestattete Stationen, aber auch, dass die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer sich nicht auch noch ihre Arbeitskleidung selbst kaufen müssten, sagte Serbser. Er findet auch falsch, dass die meisten Schwimmhallen für Rettungsschwimmer-Kurse Geld verlangten: «Schwimmausbildung sollte kostenlos sein, ob das das Schwimmenlernen beim Kleinkind ist - oder bei uns Rettungsschwimmern.»

Bewerbung ab 15 Jahren möglich

Wer Rettungsschwimmer werden will, kann sich bei DLRG oder Wasserwacht jederzeit bewerben. Das Rettungsschwimmabzeichen Silber können Jugendliche ab 15 Jahren machen. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Im letzten Jahr habe sogar eine 82-Jährige am Rettungsschwimmkurs teilgenommen, sagte Serbser. In Brandenburg sollen die See- und Badestellen wieder ab etwa Mai bis September bewacht werden.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. April 2019 08:31 Uhr

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