42-jähriger Dieb zu vier Jahren Haft verurteilt

42-jähriger Dieb zu vier Jahren Haft verurteilt

DNA-Spuren haben nach Überzeugung des Landgerichts Gera einen Mann überführt, der im Auftrag anderer Diebstähle begangen haben soll. Der 42-Jährige soll in Haft kommen.

Statue der Justitia

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Statue der Justitia. Foto: Arne Dedert/Archiv

Gera (dpa) - Wegen schweren Diebstahls in drei Fällen hat das Landgericht Gera einen 42 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Gericht sah es am Montag als erwiesen an, dass der Angeklagte gemeinsam mit noch unbekannten Komplizen in Thüringen zwei komplette Traktoren sowie in Brandenburg und Sachsen jeweils Teile von Ultraleichtflugzeugen gestohlen hat.
An allen drei Tatorten waren DNA-Spuren des 42-Jährigen sichergestellt worden. Die Kammer erachtete es als sehr unwahrscheinlich, dass diese Spuren von anderen Tätern an die Tatorte übertragen worden sein könnten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Mit seiner Entscheidung blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe gefordert hatte. Der Angeklagte habe sich des besonders schweren Diebstahls schuldig gemacht und dabei erwerbsmäßig gehandelt, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Riebel.
Er sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte gemeinsam mit anderen Tätern Auftragsdiebstähle verübte. Anders als noch in der Anklageschrift angeführt, habe es sich jedoch nicht um Bandendiebstahl gehandelt, der schwerer zu bestrafen gewesen wäre. Dazu hätte genauer geklärt werden müssen, wann sich die Bande in welcher Zusammensetzung zusammengefunden habe, erläuterte der Oberstaatsanwalt.
Bei Einbrüchen hätten die Täter in Sachsen und Brandenburg Teile von Leichtflugzeugen sowie in Thüringen zwei komplette Traktoren gestohlen. Der Schaden habe bei fast 500 000 Euro gelegen. Zunächst war von einem Schaden von mehr als 600 000 Euro ausgegangen worden.
Der Oberstaatsanwalt verwies darauf, dass an drei Tatorten DNA-Spuren des Angeklagten gefunden wurden. Wäre nur an einem Ort eine solche Spur festgestellt worden, hätte dies durch eine Übertragung durch andere Täter erfolgt sein können. Es sei aber ausgeschlossen, dass es einen solchen Zufall gleich in drei Fällen gegeben habe. Die Spuren seien direkt bei der Ausführung der Diebstähle hinterlassen worden. Dass der Angeklagte gemeinsam mit anderen gehandelt habe, sei schon aufgrund der Größe und des Gewichts der Beute klar.
Der Verteidiger des Mannes erklärte, es sei nicht auszuschließen, dass die DNA-Spuren aus Fahrzeugen übertragen worden seien, die sein Mandant vermietet habe. Zudem habe der Angeklagte ausgesagt, er sei zum Zeitpunkt der Taten gar nicht in Deutschland gewesen. Er beantragte, seinen Mandanten freizusprechen. In seinem Schlusswort beteuerte der Angeklagte erneut seine Unschuld.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. April 2019 16:40 Uhr

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