SPD-Europakandidat Vaut versucht Täuschung zu erklären

SPD-Europakandidat Vaut versucht Täuschung zu erklären

Nach seinem Täuschungsmanöver mit falschem Wohnort und falscher Freundin versucht der Kandidat der Brandenburger SPD für die Europawahl, Simon Vaut, sich zu rechtfertigen. «Es fängt mit einer harmlosen Unwahrheit an, und dann verstrickt man sich darin», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» (Samstag). Vaut versucht sein Fehlverhalten auch mit seiner Biografie zu erklären. «Ich bin häufig in meinem Leben umgezogen, bin nirgendwo verwurzelt.» Diesen Nachteil habe er «mit einer Überinszenierung» überdecken wollen.

Der gebürtige Hamburger, früher auch Redenschreiber unter anderem von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), war 2018 von einem SPD-Parteitag überraschend zum Europakandidaten für Brandenburg gewählt worden. Er hatte sich mit angeblicher Freundin präsentiert und gesagt, er sei ihretwegen nach Brandenburg/Havel gegangen. Am vergangenen Dienstag räumte der 41-Jährige ein, dass er anders als angegeben nicht in Brandenburg/Havel, sondern in Berlin lebe und seine angebliche Partnerin nur eine Bekannte aus der Hauptstadt sei.
Vaut arbeitet im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Der «Spiegel» berichtete, dass er ursprünglich in der kommenden Woche endgültig hätte verbeamtet werden sollen. Die Personalabteilung des Ministeriums habe ihn nun für diesen Montag zu einem klärenden Gespräch eingeladen. Ein Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Herr Simon Vaut ist Mitarbeiter des BMWi. Weitere Informationen zur Ausgestaltung seines Dienstverhältnisses sind aus personaldatenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig.»
Die Brandenburger SPD war von Vaut abgerückt. Sie wirbt nun für die Europawahl mit der Ersatzkandidatin, der früheren Juso-Landeschefin Maja Wallstein (33). SPD-Landeschef und Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte von einem Riesenschaden für die Brandenburger SPD gesprochen. Vaut erklärt laut SPD schriftlich, dass er sein Mandat im Fall eines Erfolgs bei der Wahl nicht annehmen werde. Er tritt auf der bundesweiten Wahlliste auf Platz 22 an.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 29. März 2019 15:40 Uhr

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