Mühlrose weicht Kohle: Umsiedlungsvertrag schon Ende März

Mühlrose weicht Kohle: Umsiedlungsvertrag schon Ende März

Die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) will die Umsiedlung des sächsischen Dorfs Mühlrose rasch voranbringen. Ein Umsiedlungsvertrag solle am 28. März im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in Mühlrose (Landkreis Görlitz) unterzeichnet werden, sagte Martin Klausch vom Leag-Umsiedlungsmanagement. Das Papier regelt die private Entschädigung der Umsiedler und die Entschädigung kommunalen Eigentums, im Rahmen derer der Ansiedlungsstandort erschlossen und kommunale Bauten errichtet werden sollen.

Mühlrose

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Ein Schild mit der Aufschrift «Mühlrose» ist am Ortseingang neben dem alten Glockenturm zu sehen. Foto: Miriam Schönbach/Archiv

Der Vertrag legt auch die Aufnahme der Mühlroser in der sieben Kilometer entfernten Gemeinde Schleife fest. Ein Großteil der heute 200 Einwohner soll bis Ende 2024 an einen gemeinsamen Standort in Schleife ziehen. Die Leag begründet die Umsiedlung mit den Kohlereserven in Mühlrose, die auch bei einem Kohleausstieg bis 2038 noch für das Kraftwerk Boxberg benötigt werden. Die erste Braunkohle soll Anfang der 2030er Jahre abgebaggert werden. Das Unternehmen rechnet mit einer Fördermenge von 150 Millionen Tonnen Kohle.
In Brandenburg ist Proschim (Landkreis Spree-Neiße) mit seinen 320 Einwohnern das letzte Dorf, das vom Lausitzer Revier bedroht ist. Bis 2020 will die Leag entscheiden, ob Proschim noch weichen muss.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. März 2019 07:40 Uhr

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