«Leichte Entspannung»: Spree fließt wieder vorwärts

«Leichte Entspannung»: Spree fließt wieder vorwärts

Monatelang kam kaum ein Tropfen vom Himmel: Ende 2018 sorgten sich Experten um den Wasserstand der Spree und um sulfatreiches Wasser aus der Lausitz. Wie hat sich die Lage entwickelt?

Eine Frau und ein Mann laufen entlang der Spree

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Eine Frau und ein Mann laufen entlang der Spree. Foto: Christoph Soeder/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Es gab so wenig Wassernachschub, dass der Fluss in Berlin teils rückwärts dümpelte oder stand: Nach den teils ausgiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen hat sich die Situation der Spree entspannt. «Die Spree fließt jetzt definitiv wieder vorwärts», sagte Experte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer «leichten Entspannung» - der Wasserstand des Flusses werde auch in diesem Frühjahr noch ein Thema bleiben.
Insbesondere in den vergangenen zwei Wochen habe es aber ausreichend Niederschläge gegeben, sagte Ehlert. Diese trugen demnach auch zum Absinken der Sulfatkonzentration im Wasser bei. Die Werte lagen laut Ehlert höher, nachdem Ende 2018 sulfatreiches Wasser aus der Braunkohleregion eingespeist worden war. Es war angesichts der Trockenheit einige Zeit in der Lausitz zurückgehalten worden, weil Fachleute eine unzureichende Verdünnung im verbliebenen Flusswasser befürchteten.
Sulfate sind Schwefelsalze, die aus aktiven und aus gefluteten ehemaligen Tagebauen stammen. Die Belastung der Spree aus diesem Grund ist lange bekannt und auch immer wieder als Gefahr für die Berliner Trinkwasserversorgung diskutiert worden - denn diese wird teilweise aus der Spree bestritten. Bisher spricht nichts gegen den Konsum des Trinkwassers. Allerdings lagen die in der Spree gemessenen Konzentrationen mit steigender Tendenz über den angestrebten Werten.
Bei zu hohem Sulfatgehalt im Trinkwasser können Verdauungsprobleme die Folge sein. Umweltschützer fürchten aber auch, dass die Werte die Artenvielfalt entlang des Flussverlaufs von der sächsischen Quelle bis hin zur Mündung in die Havel belasten.
Wichtig sei nun, so Ehlert, dass sich die Wasserspeicher in den Nachbarbundesländern wieder füllen könnten. Sachsen und Brandenburg hatten in den vergangenen Monaten ihre Reserven etwa aus Talsperren eingespeist. Andernfalls hätte es zur Einstellung der Spree-Schifffahrt kommen können.
Seit dem Sommer fehlte der Spree nicht nur ein Großteil der üblichen Niederschläge, die Wärme ließ auch große Wassermengen verdunsten. Nach wie vor treffen sich Experten aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und des Bundes im Zwei-Wochen-Takt, um über die Situation zu beraten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. Januar 2019 06:30 Uhr

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