Landesbischöfin: Demokratie im Osten muss sich entwickeln

Landesbischöfin: Demokratie im Osten muss sich entwickeln

Die Landesbischöfin von Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, sieht bei den Ostdeutschen Nachholbedarf in Sachen Demokratie. «Es machen sich viele zu wenig klar, dass die Demokratie hier erst 30 Jahre alt ist und nicht 70», sagte Junkermann der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

Landesbischöfin Ilse Junkermann

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Ilse Junkermann, Landesbischöfin, bei der Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Foto: Martin Schutt

«Viele kommen mit einen Vorwurf an die Ostdeutschen, wie rechts sie seien. Aber dieses Einüben von Demokratie, man könnte den derzeitigen Stand vergleichen mit der Bundesrepublik Mitte der 1960er Jahre. Wie rechts war die Bundesrepublik damals?» Sie erinnere sich noch an ihre Jugendzeit im baden-württembergischen Hohenlohe. 1971 habe die NPD dort 18 Prozent erreicht. «Das kann man doch gut vergleichen.»
Demokratie lebe davon, dass die Bürgerinnen und Bürger sich engagierten, sagte Junkermann. Die Landesbischöfin stammt aus Baden-Württemberg und steht seit 2009 an der Spitze der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In diesem Jahr scheidet sie aus dem Amt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 6. Januar 2019 08:30 Uhr

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