Kaden neuer Präsident des Fußball-Landesverbands Brandenburg

Kaden neuer Präsident des Fußball-Landesverbands Brandenburg

Im Vorfeld gab es Kritik am geplanten höheren Jahresbeitrag. Nun gab es beim Verbandstag des Fußball-Landesverbandes Brandenburg eine Entscheidung. Und es gibt eine neue Spitze.

Kirschen und Kaden

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Kirschen (l), ehemaliger Präsident, und Kaden, neu gewählter Präsident des Fußball-Landesverbandes Brandenburg e.V. Foto: Soeren Stache

Cottbus (dpa/bb) - Jens Kaden ist neuer Präsident des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB). Der bisherige Vorsitzende des Verbandsgerichts wurde am Samstag beim Verbandstag in Cottbus mit großer Mehrheit gewählt. Er war der einzige Kandidat für das Amt. Der bisherige Präsident Siegfried Kirschen hatte nicht mehr kandidiert. Er stand dem Verband seit dessen Gründung 1990 vor. Kaden erhielt 117 Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Stimmenthaltung. Erstmals in der Geschichte des Verbandes gab es damit einen Wechsel an der Spitze.
Der 53 Jahre alte Kaden war seit 2000 Vorsitzender des FLB-Verbandsgerichts. Nach seinem Wahlsieg machte er sich für eine Verbesserung der Arbeit von Funktionsträgern in den Vereinen stark. In einer Zeit, in der es immer schwerer falle, genügend Ehrenamtler zu finden, sei eine von Respekt und Toleranz getragene Verbandskultur wichtig, sagte er zudem.
Sein Vorgänger Kirschen wies auf das Problem Extremismus und Gewalt im Umfeld des Fußballs hin und verlangte ein konsequentes Vorgehen und die Verurteilung von Kriminellen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich ähnlich. Er erinnerte an das Landespokal-Finale vom 21. Mai, bei dem die Siegerehrung wegen massiver Ausschreitungen im Potsdamer Karl-Liebknecht-Station abgesagt und verschoben werden musste. So etwas dürfe sich nicht wiederholen, sagte Woidke.
Für Kritik hatten im Vorfeld geplante Gebührenanhebungen, darunter ein erhöhter Jahresbeitrag, geführt. Kirschen hatte vor der Abstimmung dessen Erhöhung verteidigt. «Kein Verein wird daran zugrunde gehen», sagte der 74-Jährige. Der Verbandsbeitrag zähle dann immer noch zu den niedrigsten in den Landesverbänden. Am Nachmittag ging der Antrag durch - die Mehrheit stimmte dafür. Damit erhebt der FLB laut Satzung von den Vereinen künftig nicht mehr 2,50 Euro, sondern vier Euro für Herren und Frauen mit Spielberechtigung und für anerkannte Schiedsrichter.
Einen warmen Empfang gab es für DFB-Präsident Reinhard Grindel. Dass die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland stattfinden wird, wertete etwa Ministerpräsident Woidke auch als persönlichen Erfolg für Grindel. Der DFB-Präsident sagte, dass das Turnier auch eine große Chance für die Basis sei. Er hob auch die Bedeutung des Ehrenamts im Fußball hervor: «Das Ehrenamt, das muss in den Mittelpunkt gestellt werden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 29. September 2018 18:20 Uhr

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