BGH verwirft Revision zu Brandanschlag in Jüterbog

BGH verwirft Revision zu Brandanschlag in Jüterbog

Nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Jüterbog (Teltow-Fläming) muss der damals 20 Jahre alte Täter nicht in Haft. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision der Staatsanwaltschaft verworfen, wie das Gericht in Karlsruhe bestätigte. Damit ist das Urteil des Landgerichts Potsdam vom November 2017 rechtskräftig, das den jungen Mann wegen versuchten Mordes, versuchter schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor viereinhalb Jahre Haft gefordert. Zuvor hatte die «Märkische Allgemeine» (Dienstag) berichtet.

Bundesgerichtshof

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Eine Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs (BGH) mit dem Hinweisschild zum Bundesgerichtshof. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

Der Mann hatte im Oktober 2016 versucht, mit selbstgebauten Molotowcocktails eine zu dieser Zeit mit minderjährigen Flüchtlingen belegte Unterkunft in Brand zu setzen. Die Tat sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Verletzt wurde niemand, Betreuer konnten das Feuer schnell löschen.
Nach Überzeugung des Potsdamer Gerichts wurden der Verurteilte sowie ein weiterer junger Mann von seinem Vater angestiftet. Dem 45-Jährigen war eine «gefestigte rechtsradikale Einstellung» bescheinigt worden. Er wurde zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch er legte Revision gegen das Urteil ein. Dem BGH liegt das Rechtsmittel noch nicht vor, wie eine Sprecherin sagte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. September 2018