Neue Streckenboote für die Wasserschutzpolizei

Neue Streckenboote für die Wasserschutzpolizei

Brandenburg setzt auf den Wassertourismus. Das bedeutet auch für die Wasserschutzpolizei eine Menge Arbeit bei der Kontrolle der Freizeitkapitäne. Nun gibt es Verstärkung für die Polizei-Flotte.

Wasserschutzpolizei

© dpa

Wasserschutzpolizist mit Laser am Templiner See

Die Brandenburger Wasserschutzpolizei rüstet im gewässerreichsten Bundesland auf: Innenstaatssekretärin Katrin Lange hat am Dienstag (7. August 2018) in Potsdam zwei neue Polizeiboote feierlich getauft und in den Dienst gestellt. Die knapp zehn Meter langen Boote können mit einer Motorleistung von 350 PS eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 50 Kilometer pro Stunde erreichen. Sie verfügen über eine Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer sowie eine beleuchtete Bergeplattform zur Rettung von Schiffbrüchigen.
Die Streifenboote sollen vorrangig zur Überwachung der Sport- und Freizeitschifffahrt eingesetzt werden. «Der Wassertourismus wächst in Brandenburg seit Jahren», sagte Lange. Mehr Verkehr auf den Gewässern sei verbunden mit erhöhten Anforderungen für die Wasserschutzpolizei. «Wir brauchen daher nicht nur gut ausgebildete Polizisten, sondern auch die entsprechende zeitgemäße Technik.» Die neuen Boote «WSP 40» und «WSP 41» werden in Potsdam und Erkner (Oder-Spree) eingesetzt.

Viele Probleme bei Charter-Flößen

Nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke verfügte die Wasserschutzpolizei bislang über 43 Boote an 14 Standorten mit Leistungen zwischen 30 und knapp 150 PS. Damit überwachen die Beamten 2600 Kilometer Bundes- und Landeswasserstraßen. Hinzu kommen etwa 3600 Seen. Die Berliner Wasserschutzpolizei verfügt nach eigenen Angaben über 20 Boote.
Das schöne Sommerwetter führe zu erheblich mehr Freizeitverkehr auf den Wasserstraßen, sagte der zuständige Sachbereitsleiter im brandenburgischen Polizeipräsidium, Thomas Loschek. Besondere Probleme bereiteten die vielen Charter-Flöße, die oft von Schiffsführen mit geringen Kenntnissen der Regeln auf den Wasserstraßen gesteuert würden. «Zudem haben viele Flöße mit kleinen 8-PS-Außenbordern die Manövrierfähigkeit eines Ziegelsteins», meinte Loschek. «Da kann eine Brückendurchfahrt schon mal zwanzig Minuten dauern.»

Freizeitkapitäne mit Alkohol am Steuer

Anlass zur Sorge sei auch eine steigende Zahl von Freizeitkapitänen, die mit Alkohol am Steuer beziehungsweise an der Pinne erwischt würden. «Erst am vergangenen Wochenende haben wir wieder einen mit mehr als 2 Promille erwischt.» Die Strafen seien vergleichbar mit Alkoholvergehen im Straßenverkehr. Aktuelle Zahlen für ganz Brandenburg lägen noch nicht vor, so Loschek. Die Wasserschutzpolizei in Südbrandenburg hatte bis Ende Juli aber bereits 27 betrunkene und 3 Freizeitkapitänen unter Drogeneinfluss erwischt. Das waren mehr Fälle als im gesamten Vorjahr (25).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 7. August 2018