Hitze lässt Pegelstände der Gewässer sinken

Hitze lässt Pegelstände der Gewässer sinken

Wenn Hitze-Gebeutelte auf Abkühlung hoffen, werden sie wohl enttäuscht. Da macht Brandenburg keine Ausnahme.

Eine Unwetterfront verdeckt die Sonne

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Eine Unwetterfront verdeckt die Sonne. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Das große Schwitzen nimmt kein Ende: Auch für Mittwoch werden in Brandenburg Temperaturen zwischen 31 und 34 Grad erwartet. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag (31. Juli 2018) auf seiner Internetseite mit. Allerdings sei dann mit einzelnen kräftigen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel sowie Unwettergefahr zu rechnen.
Einen Temperaturrekord gab es am Dienstag, dem bislang heißesten Tag dieses Sommers in Deutschland, in Brandenburg nicht. Der Spitzenwert wurde in Wusterwitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) mit 37,0 Grad gemessen. An der Messstation Lübben-Blumenfelde (Landkreis Dahme-Spreewald) waren es am 9. August 1992 laut DWD 39,2 Grad.

Oder und Elbe sind kaum schiffbar

Die langanhaltende Trockenheit bekommt auch die Schifffahrt in Brandenburg zu spüren. Güterschiffe würden auf der Oder schon seit Juni nicht mehr fahren, sagte der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Eberswalde, Sebastian Dosch. Sportboote seien nur noch vereinzelt unterwegs. Ähnlich sehe es auf der Elbe aus. Bei beiden Flüssen sind die Fahrrinnentiefen auf unter einen Meter abgesunken. «Die Pegelstände liegen bei etwa 50 bis 70 Zentimetern», berichtete Dosch.
Grund für die mageren Pegelstände ist dem Experten zufolge ein niedriger Wasserstand in der Müritz, aus dem sich Elbe und Oder speisen. Trockene Herbst- und Wintermonate hätten «die Badewanne quasi nur zu zwei Dritteln gefüllt». Das mache sich nun bemerkbar, von einer Extremsituation könne man jedoch noch nicht sprechen. Im Oder-Havel-Kanal, der Hauptverkehrsader der Güterschifffahrt zwischen Berlin und dem polnischen Stettin, sei das Wasser hingegen noch nicht zu knapp für die Frachtschiffe geworden.

Längere Wartezeiten an den Schleusen?

Hält die Trockenheit weiter an, müssen sich Schiffs- und Bootsfahrer jedoch eventuell auf Wartezeiten vor den Schleusen einstellen. Um Wasser, das bei jedem Öffnen der Tore verloren geht, einzusparen, überlegt das Amt, die Schleusen nicht für jedes Boot einzeln zu öffnen, sondern abzuwarten, bis mehrere Boote zusammengekommen sind. Über eine solche Maßnahme wolle man jedoch erst in den nächsten Wochen beraten.
Bis zu zehn Zentimeter weniger zeigt auch der Pegel für die Niederhavel an, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg auf Nachfrage mitteilte. Der Schiffsverkehr sei hier jedoch noch nicht betroffen, sagte Amtsleiterin Gerrit Riemer. «Das Gewässer ist staureguliert.»

Höchste Waldbrandstufe in vier Regionen

Das Brandenburger Umweltministerium rief für Mittwoch für vier Regionen die höchste Waldbrandgefahrenstufe aus, darunter die Landkreise Uckermark, Barnim und Teltow-Fläming. In allen anderen Landkreisen herrsche die zweithöchste Gefahrenstufe.
In einigen Regionen Brandenburgs helfen die örtlichen Feuerwehren unterdessen dabei, Jungbäume ausreichend mit Wasser zu versorgen. So fragte das Ordnungsamt der Gemeinde Kloster Lehnin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) bei den Ortsfeuerwehren um Unterstützung an. Zunächst hatte die «Märkische Allgemeine» berichtet. Und auch in Brandenburg an der Havel helfen Feuerwehrleute beim Bewässern der jungen Pflanzen, wie die Regionalleitstelle Brandenburg der Feuerwehr mitteilte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. August 2018