Alkohol am Boots-Steuer weiter großes Problem

Alkohol am Boots-Steuer weiter großes Problem

Sommerliche Temperaturen locken viele Wassersportler auf Brandenburgs Gewässer. Wer den Führerschein für sein Boot behalten will, sollte besser «trocken» fahren.

Alkoholtest bei Polizeikontrolle

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Ein Alkoholtest bei einem Mann während einer Polizeikontrolle. Foto: Uli Deck/Archiv

Auf Brandenburger Gewässern sind im vergangenen Jahr mehr betrunkene Schiffsführer erwischt worden als 2016. Die Wasserschutzpolizei zählte 89 Fälle von Alkohol am Schiffs-Steuer. Das waren elf Fälle mehr als im Vorjahr, wie die Behörde mitteilte.
2015 lag die Zahl noch bei 72 festgestellten Alkoholdelikten. «Besonders im Charterbereich ist Trunkenheit am Steuer weiter ein großes Problem», sagte Thomas Loschek, Referent der Wasserschutzpolizei. Im Schiffsverkehr gelte wie auch im Straßenverkehr die 0,5-Promillegrenze.
2017 kontrollierte die Wasserschutzpolizei landesweit 18 377 Boote und Schiffe. Knapp 10 000 Ordnungswidrigkeiten stellte sie dabei fest. Zum Vergleich: 2015 lag die Zahl noch bei knapp 5 400. Die erfassten Verkehrsstraftaten gingen 2017 von 11 (2016) auf vier zurück.
2017 verunglückten 20 Menschen auf oder in Brandenburgs Gewässern - drei von ihnen kamen ums Leben. «Leider ist der Ertrinkungstod ein immer wiederkehrendes Ereignis, das auch in den zahlreichen Brandenburger Gewässern die Rettungsschwimmer vor große Herausforderungen stellt», sagte der Präsident des Landesverbandes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Peter-Michael Kessow. Hier helfe nur ständige Aufklärung vor den Gefahren. Für die aktuelle Saison sucht der Verband noch Rettungsschwimmer.
Besonders gefährdet sind laut Polizei auch Stand-Up-Paddler. «Die Boards sind sehr instabil und die Paddler werden schlecht gesehen», sagte Referent Loschek. Sie sollten darauf achten, nicht in den ausgewiesenen Verkehrsfluss auf den befahrenen Gewässern zu geraten.
Zum Saisonstart rät die Polizeidirektion West Wassersportlern, die Sicherheitsausrüstung an Bord zu kontrollieren und auf genügend Rettungsmittel wie Ringe und Westen zu achten.
Zudem sollten Boote vor Dieben gesichert werden. Begehrte Diebesbeute seien Motoren. Für Außenbordmotoren gebe es spezielle Schlösser. Regelmäßig bietet die Polizei an, Triebwerke kostenlos zu gravieren. Zum Zuständigkeitsbereich der Wasserschutzpolizei Brandenburg gehören rund 1700 Kilometer befahrbare Wasserstraßen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 7. Mai 2018