Berliner Imker wandern zunehmend nach Brandenburg

Berliner Imker wandern zunehmend nach Brandenburg

Brandenburgische Imker bekommen zunehmend Unterstützung von Berliner Bienen. Sie appellieren aber an die Imker, sich vor der Wanderung über geeignete Standorte zu informieren, damit es nicht zu eng für die Bienen wird.

Bienen in Berlin

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Ein Hobbyimker pflegt auf dem Dach vom Gemeinschaftsgarten Himmelbeet in Wedding seine Bienenvölker. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Potsdam/Berlin (dpa/bb) - Berliner Imker folgen zunehmend dem Aufruf ihrer brandenburgischen Kollegen und stellen ihre Völker im Umland auf. «Wir spüren Effekte», sagte Holger Ackermann, Sprecher des Brandenburgischen Imkerverbandes, mit Blick auf eine Werbeaktion von 2015. Damals hatte der Verband Bienenvölker auf dem Dach der brandenburgischen Landesvertretung in Berlin aufgestellt, um für Imker und mehr Bienenvölker in Brandenburg zu werben. Die 2017 bei dem Sturm Xavier ums Leben gekommenen Bienen sollen in den kommenden Tagen ersetzt werden, kündigte Ackermann an.
Der Verbandssprecher appellierte an die Berliner, sich bei den örtlichen Vereinen in Brandenburg zu melden, wenn sie Standorte suchen. So ließen sich die Wanderung besser koordinieren und Probleme vermeiden. «Wenn die Bienendichte an einem Standort zu hoch ist, kann es passieren, dass Bienen hungern müssen», so Ackermann. Viele Vereine hätten spezielle Obleute, die die Wanderung koordinierten. Bei ihnen sollten sich Interessenten melden, rät Ackermann. In Brandenburg seien vor allem Heideflächen beliebt, da der Honig auch einen hohen Marktwert habe.
Während das Imkern in der Hauptstadt zuletzt regelrecht boomte, kämpfte Brandenburg mit Nachwuchssorgen. Seit einigen Jahren gehe es aufwärts, sagt Ackermann. «Immer mehr junge Leute interessieren sich für die Imkerei», berichtet er. Das Land fördere Jungimker finanziell. Dennoch: Der Nachwuchs könne die Lücken noch nicht füllen, die ältere Imker nach ihrem Ausstieg hinterlassen. «Ältere Imker haben oft 20 Völker, junge meist nur noch drei», sagt Ackermann. Schwierig sei die Lage auch nach wie vor in Regionen mit einer starken Abwanderung.
Zum Jahreswechsel zählte der rund 2150 Mitglieder vertretende Verband rund 26 100 Bienenvölker. In Berlin gibt es 1264 organisierte Imker mit fast 7000 Völkern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. Mai 2018