Mann auf U-Bahnhof schwer verletzt: Angeklagter bedauert

Mann auf U-Bahnhof schwer verletzt: Angeklagter bedauert

Nach massiven Schlägen und Tritten gegen einen Mann auf einem U-Bahnhof hat am Berliner Landgericht der Prozess gegen einen 25-Jährigen begonnen.

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Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Der 25-Jährige äußerte zu Beginn der Verhandlung am 15. Oktober 2021 Bedauern. Er habe nicht gewollt, dass es zu Gewalt kommt. Der andere Mann sei auf ihn zugekommen und habe ihn bestehlen wollen, sagte der Angeklagte. An die Auseinandersetzung habe er allerdings keine Erinnerung. Das inzwischen 40-jährige Opfer wurde laut Anklage schwer verletzt. 
Der 25-Jährige und der 40-jährige Fahrgast waren sich im Mai dieses Jahres auf einem U-Bahnhof in Berlin-Reinickendorf zufällig begegnet. Beide Männer sollen erheblich alkoholisiert gewesen sein. Ein Streit um eine Chipsdose sei schließlich eskaliert, ergaben Ermittlungen. Der Angeklagte habe dem 40-Jährigen zunächst Kopfstöße und Faustschläge versetzt. Nachdem der Mann zu Boden gegangen sei, habe er ihm mehrfach in das Gesicht getreten und dabei auch tödliche Verletzungen billigend in Kauf genommen. Zuletzt habe er dem Mann Kartoffelchips-Krümel in das Gesicht gedrückt.
Der Angeklagte erklärte, er habe einen «großen Fehler gemacht». Es tue ihm leid. Als er die Bilder aus Überwachungskameras gesehen habe, sei auch er entsetzt gewesen. Er sei damals unterwegs gewesen, um Bier zu kaufen. Den anderen Mann habe er nicht angegriffen. «Er kam auf mich zu und wollte mir mein Portemonnaie wegnehmen, da habe ich mich erschrocken und ihm einen Stoß gegeben», so der damals als Bauhelfer tätige 25-Jährige.
Der angeklagte Rumäne war kurz nach der Tat festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den zweiten Prozesstag am 22. Oktober ist laut Gericht der in Italien lebende 40-Jährige als Zeuge geladen. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Oktober 2021 14:29 Uhr

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