Schüsse auf Mann in Berlin-Kreuzberg: Angeklagter schweigt

Schüsse auf Mann in Berlin-Kreuzberg: Angeklagter schweigt

Nach beinahe tödlichen Schüssen auf einen Mann in Berlin-Kreuzberg hat am Dienstag der Prozess gegen einen 22-Jährigen begonnen. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen versuchten Mord. Er soll in einem Familienstreit mit zwei Mittätern versucht haben, einen damals 29-Jährigen zu töten.

Der 22-Jährige habe sich rächen wollen, hieß es. Vor einem Spätkauf hätten die bislang unbekannten Komplizen das Feuer eröffnet und das Opfer lebensgefährlich verletzt. Vom Angeklagten, der den Fluchtwagen gefahren habe, sei die Tatplanung maßgeblich ausgegangen. Die Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn am Landgericht, ihr Mandant werde sich derzeit nicht äußern. 
Zwischen dem deutschen Angeklagten aus einer libanesischstämmigen Familie und Angehörigen der Familie des späteren Opfers soll es am 27. November zunächst in einem Geschäft zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Der 22-Jährige sei in Zorn geraten, weil er sich von einem jüngeren Mitglied der anderen Familie nicht respektvoll genug gegrüßt gefühlt habe. Er habe sich für «erlittene Schmach» rächen wollen, heißt es weiter in der Anklage.
In der Tatnacht sei er durch Kreuzberg gefahren und habe wahllos ein Mitglied der anderen Familie gesucht. Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe aus. 
Die Familie des angeschossenen Mannes soll laut Staatsanwaltschaft mit der des Angeklagten über eine Tante verschwägert sein. Der damals 29-Jährige sei durch mehrere Kugeln getroffen worden. Sein Leben habe nur durch eine Notoperation gerettet werden können. Der nicht vorbestrafte Angeklagte befindet sich seit sieben Monaten in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind 25 weitere Verhandlungstage bis Anfang Dezember vorgesehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. September 2021 13:14 Uhr

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