Anstiftung zu Kindesmissbrauch via Internet: Fünf Jahre Haft

Anstiftung zu Kindesmissbrauch via Internet: Fünf Jahre Haft

Ein 68-Jähriger ist wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zu fünf Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Der Mann habe Kontakt zu philippinischen Frauen gesucht und drei Mütter dazu gebracht, kinderpornografische Aufnahmen von ihren Töchtern anzufertigen und ihm zur Verfügung zu stellen, begründete das Berliner Landgericht am Mittwoch (24. März 2021).

Richterhammer auf Richtertisch

© dpa

Auf der Richterbank liegt am ein Richterhammer aus Holz.

Der Angeklagte habe gegen Geld «bestellt, was er konsumieren wollte». Dabei habe er das Wohlstandsgefälle ausgenutzt. Der Mann sei auch des Verschaffens und des Besitzes von Kinderpornografie überführt. Der 68-Jährige habe seit mehreren Jahren «gezielt den Kontakt zu alleinstehenden Frauen mit weiblichen Kindern auf den Philippinen gesucht, die in finanziellen Schwierigkeiten waren», hieß es in der Anklage. Drei Chatpartnerinnen hätten ihm in der Zeit von Juni 2018 bis Januar 2020 kinderpornografische Bilder und Videos ihrer kleinen Töchter geschickt. Betroffen seien sieben Mädchen, die damals zwei bis zwölf Jahre alt waren.
Der Mann habe Geld angeboten und Zahlungen mit der Aufforderung verknüpft, dass Aufnahmen der Kinder in sexualisierten Posen gefertigt und an ihn übersandt werden, so das Gericht. Er habe die wirtschaftliche Lage der Familien ausgenutzt. «Es waren Kinder, die in Wellblechhütten aufwachsen.» Es sei dem Angeklagten nicht um finanzielle Hilfe, «sondern um Geld gegen Videos gegangen». Er hatte laut Anklage mal 50, mal 100 Euro an die Mütter geschickt.
Bei Durchsuchungen in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf waren Tausende kinder- und jugendpornografischer Dateien gefunden worden. Der wegen Besitz von Kinderpornografie vorbestrafte Mann wurde Ende 2020 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwältin hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. März 2021 06:48 Uhr

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