Mehr Gewalt von Linksextremisten: Angriffe auf Parteibüros

Mehr Gewalt von Linksextremisten: Angriffe auf Parteibüros

Die Zahl der Gewalttaten von Linksextremisten in Berlin ist nach einem Bericht des Senders RBB im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Demnach verzeichnete die Polizei 439 solcher Delikte (2019: 263).

Polizei

© dpa

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Bei ihnen geht es vor allem um Brandanschläge, Körperverletzungen, Landfriedensbruch und Widerstandsdelikte. Viele geschehen im Zusammenhang mit Räumungen und Demonstrationen. Aber auch Gewalttaten von Rechtsextremisten nahmen demzufolge zu: Hier wurden 170 Delikte erfasst (2019: 161). Die Polizei bestätigte diese Zahlen zunächst nicht und verwies auf die geplante Veröffentlichung noch im März.

SPD und AfD am häufigsten betroffen

Zugenommen hat demnach die Zahl der Angriffe auf Büros von Parteien. In diesem Bereich gab es im vergangenen Jahr 65 Attacken (2019: 38). Das bestätigte auch die Polizei. Am häufigsten waren die SPD (27 Angriffe) und die AfD (11) Ziel dieser Beschädigungen. Die meisten Täter kamen nach Einschätzung der Polizei aus dem linksextremistischen Bereich. Direkt gegen Politiker richteten sich 139 Straftaten (2019: 92) wie Beleidigungen und Drohungen im Internet oder auch körperliche Attacken. Davon werden 74 Taten Rechtsextremisten und 36 den Linksextremisten zugeordnet.

Anstieg um 50 Prozent im linksextremistischen Bereich

Die Gesamtzahl aller Straftaten mit politischem Hintergrund stieg auf rund 6000 - etwa ein Drittel mehr als 2019. Im linksextremistischen Bereich gab es sogar einen Anstieg um 50 Prozent. Ein großer Anteil davon sind Propagandadelikte und Beleidigungen. Der Koordinator des Staatsschutzes im Landeskriminalamt (LKA), André Rauhut, sagte dem RBB, die linksextremen Angriffe gegen Parteien beträfen neben der AfD vor allem deswegen die SPD, weil sie den Innensenator stelle. Die deutliche Steigerung bei den Taten von Links bereite der Polizei «natürlich schon Sorge» - zumal für das laufende Jahr mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen sei. Jüngste Angriffe auf Wahlkreisbüros von SPD, Grünen und der CDU mit linksextremen Botschaften könnten das bestätigen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. März 2021 12:43 Uhr

Weitere Polizeimeldungen