Hunderte Handyverträge auf Stiftungskosten: Bewährungsstrafe

Hunderte Handyverträge auf Stiftungskosten: Bewährungsstrafe

Weil er als Mitarbeiter einer Stiftung unberechtigt über 300 Mobilfunkverträge mit Geräten abgeschlossen und für sich verwendet oder verkauft hatte, ist ein 33-Jähriger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der Eingang vom Amtsgericht Tiergarten mit Schriftzug vom Gericht

© dpa

Das Amtsgericht Tiergarten sprach den Mann am Montag (08. Februar) der gewerbsmäßigen Untreue in 33 Fällen schuldig. Zudem wurde ihm auferlegt, 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Bereits kurz vor dem Prozess hatte der Angeklagte ein notarielles Schuldanerkenntnis über rund 487 000 Euro unterzeichnet.
Der Mann war als damaliger Angestellter der Kultureinrichtung mit der Bestellung von Mobilfunkgeräten und dem Abschluss von Verträgen für die Beschäftigten betraut gewesen. Von Anfang 2017 bis September 2019 habe er seine Position ausgenutzt und Verträge zu seinem Vorteil abgeschlossen, sagte die Richterin. Das erlangte Geld habe er «für teure Dinge ausgegeben und Freunde eingeladen».
Der 33-Jährige hatte gestanden. Weil ihn «Schulden und psychische Probleme plagten», sei es zu den Taten gekommen. Er habe das Geld, das er durch den Verkauf von Mobiltelefonen kassiert hatte, für teure Kleidung oder Reisen ausgegeben. «Wenn ich Geld ausgab, fühlte ich mich besser und anerkannt», so der Angeklagte. Obwohl die Rechnungen immer höher wurden, sei der Schwindel lange nicht aufgefallen. «Ich wurde nicht kontrolliert.» Er habe inzwischen eine andere Arbeitsstelle und zahle monatlich 500 Euro zurück.
Ein Mitarbeiter der Stiftung sagte als Zeuge, im Sommer 2019 seien nicht dienstlich veranlasste Handy-Bestellungen aufgefallen. Man habe später mit dem Anbieter einen Vergleich schließen und «ungefähr eine Halbierung» des Schadens erreichen können. In der Anklage hieß es, die Stiftung sei durch die unberechtigt abgeschlossenen Verträge zur Bezahlung von Vertragsgebühren in Höhe von rund 950 000 Euro verpflichtet worden. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Februar 2021 07:38 Uhr

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