Mehrjährige Haftstrafe für Kindesmissbrauch

Mehrjährige Haftstrafe für Kindesmissbrauch

Wegen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines elfjährigen Jungen ist ein 64-jähriger Mann vom Landgericht Schwerin zu vier Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel

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Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Die Richter sahen es am Donnerstag (17. Dezember 2020) als erwiesen an, dass sich der Angeklagte 2013 in seiner Wohnung in Berlin in fünf Fällen an dem Stiefsohn eines Bekannten vergangen hat. Außerdem soll er seit 2018 vielfach gegen die ihm auferlegte Führungsaufsicht verstoßen haben. Zwischenzeitlich saß der Mann wegen anderer einschlägiger Taten fast drei Jahre lang in Haft. Danach zog er nach Wismar.
Die Richter stützten ihr Urteil vor allem auf die Aussagen des Jungen. Demnach fanden die Übergriffe während eines einwöchigen Besuchs bei dem Angeklagten statt. Der Junge hatte im vergangenen Frühjahr gegenüber Betreuern von dem Missbrauch berichtet. Seitdem wurde er viermal dazu vernommen, zuletzt als Zeuge vor Gericht. Seine Schilderungen seien trotz gewisser Widersprüche glaubhaft, so der Vorsitzende Richter. Außerdem sei der Junge intellektuell nicht in der Lage, das Geschehen zu erfinden. Der Angeklagte wiederum sei pädophil veranlagt und leide außerdem an einer psychischen Störung, die es ihm erschwere, seine sexuellen Wünsche zu unterdrücken.
Die Verteidigung hatte im Wesentlichen einen Freispruch beantragt, da die Angaben des Jungen nicht ohne Weiteres glaubhaft seien. Sie will Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Der Angeklagte hatte die vorgeworfenen Taten bestritten. Andererseits räumte er während des Prozesses ein, angeblich einvernehmlichen Sex mit dem Jungen gehabt zu haben, als dieser bereits 16 Jahre alt war. Zu Beginn des Prozesses hatte das Gericht dem Angeklagten eine Verständigung angeboten. Demnach hätte er im Gegenzug für ein Geständnis mit einer geringeren Strafe rechnen können, weil dann dem Jungen eine weitere Vernehmung vor Gericht erspart geblieben wäre. Dies hatte der Angeklagte jedoch abgelehnt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. Dezember 2020 13:28 Uhr

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