Prozess gegen Clanchef: Bushido wird weiter befragt

Prozess gegen Clanchef: Bushido wird weiter befragt

Der Prozess gegen einen bekannten Berliner Clanchef und drei seiner Brüder geht am Mittwoch (30. September 2020) nach rund zweiwöchiger Pause mit der Befragung des Rappers Bushido weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten Arafat A.-Ch. Straftaten zum Nachteil des Rappers vor.

Bushido

© dpa

Drei Brüder des Clanchefs sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Die Männer haben zu den Vorwürfen bisher geschwiegen. Der 42-jährige Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, ist in dem Prozess am Landgericht der Hauptstadt Nebenkläger und Zeuge. Er soll im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein. Arafat A.-Ch. (44) und Bushido galten einst als Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage kam es zu den Straftaten, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen auflöste. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.
Bushido hat schon an mehreren Prozesstagen als Zeuge ausgesagt. Er verglich seine Beziehung zu dem Clanchef mit einer Zwangsheirat und sprach von unfreiwilligen Zahlungen an ihn. Es sei auch zu mehreren gemeinsamen Immobiliengeschäften gekommen. Erste Kontakte zu Arafat A.-Ch. gab es laut Bushido bereits 2004. Der Clanchef habe ihm geholfen, als sein damaliges Plattenlabel einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen sollte. A.-Ch. habe einem der Gesellschafter eine Ohrfeige verpasst und ihn am Ohr gepackt. Der Prozess war Mitte September auf Antrag der Verteidigung unterbrochen worden. Der Mutter der Angeklagten ging es schlecht, die Frau starb wenig später. Sie wurde in Berlin im Beisein Hunderter Trauergäste beerdigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. September 2020 08:55 Uhr

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