Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg beschmiert: Ermittlungen

Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg beschmiert: Ermittlungen

Die SPD-Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg, das Willy-Brandt-Haus, ist von Unbekannten beschmiert worden. Eine Objektschutzstreife stellte an dem Gebäude in der Nacht zum Dienstag einen rosafarbenen Schriftzug fest, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage, unter anderem sei die Abkürzung «L34» verwendet worden. Dies ist ein gängiges Kürzel für das autonome Wohnprojekt «Liebig 34» im Stadtteil Friedrichshain. Das Haus gilt als eines der letzten Symbole der linksradikalen Szene in der Stadt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Polizei

© dpa

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht.

Um das Projekt gibt es seit längerer Zeit Streit. Im August bestätigte ein Gericht, dass die Bewohner das Haus verlassen müssen. Diese kündigten an, in die nächste Instanz zu gehen. 2018 endete nach zehn Jahren ein Gewerbemietvertrag, den der Verein mit dem Hausbesitzer abgeschlossen hatte. Dieser hatte den Bewohnerinnen gekündigt. Weil sie nicht ausziehen wollen, klagte er gegen den Verein, der sich selbst als «anarcha-queer-feministisches Hausprojekt Liebig 34» bezeichnet. Immer wieder gab es Proteste für den Erhalt, bei denen es teilweise zu Gewalt kam und die Polizei einschritt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. September 2020 09:36 Uhr

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