Tod eines 84-Jährigen: Angeklagte Mitbewohnerin schweigt

Tod eines 84-Jährigen: Angeklagte Mitbewohnerin schweigt

Nach dem gewaltsamen Tod eines 84-Jährigen in Berlin-Lichtenrade muss sich seine 62 Jahre alte Mitbewohnerin vor dem Landgericht verantworten. Die Frau soll den Senior laut Anklage zwischen dem 9. und 11. März 2020 im gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus umgebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Totschlag aus. Die beiden Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn am Montag, dass ihre Mandantin schweigen werde.

Die Angeklagte, die die deutsche und jamaikanische Staatsbürgerschaft besitzt, und der deutsche Mann sollen sich vor rund vier Jahren kennengelernt haben. Die 62-Jährige sei zunächst als Pflegekraft tätig gewesen, hieß es am Rande der Verhandlung. Nach dem Tod der Ehefrau des 84-Jährigen hätten die beiden gemeinsam ein Einfamilienhaus gekauft. Es sei zu einem Streit über das Haus und weitere wechselseitige Forderungen gekommen. Um die Immobilie habe es auch zivilrechtliche Auseinandersetzungen gegeben.
Der 84-Jährige sei von einem Verwandten tot in seinem Haus in Lichtenrade gefunden worden, teilte die Polizei damals mit. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der tödliche Angriff etwa 36 bis 48 Stunden zuvor erfolgte - «durch mehrfache stumpfe Gewalt gegen Kopf und Brustkorb», heißt es in der Anklage. Dabei habe die 62-Jährige den Tod des ihr körperlich deutlich unterlegenen und 22 Jahre älteren Geschädigten zumindest billigend in Kauf genommen.
Die 62-Jährige befindet sich seit vier Monaten in Untersuchungshaft. Das Gericht hat im Eröffnungsbeschluss darauf hingewiesen, dass die Tat rechtlich auch als Körperverletzung mit Todesfolge oder als Mord aus Habgier zu bewerten sein könnte. Die Verhandlung wird am 31. August fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. August 2020 14:28 Uhr

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