Korruptionsvorwurf: Prozess gegen Ex-Vivantes-Manager

Korruptionsvorwurf: Prozess gegen Ex-Vivantes-Manager

Gegen einen ehemaligen Manager des Berliner Krankenhauskonzerns Vivantes hat rund sechs Jahre nach Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen der Prozess vor dem Landgericht begonnen. Der damalige Geschäftsführer soll Einfluss auf ein Vergabeverfahren im Zusammenhang mit der Modernisierung von Telekommunikationsanlagen genommen haben. Im Gegenzug habe laut Anklage ein Mitangeklagter als Geschäftsführer einer Telekommunikationsfirma veranlasst, dass dem damaligen Amtsträger eine Kreditkarte übergeben wurde, die ihm Zugang zu einem Konto mit etwa 250 000 Euro gewährte. Die Angeklagten kündigten zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch umfangreiche Aussagen zu einem späteren Zeitpunkt an.

Vivantes

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Fahnen mit der Aufschrift «Vivantes» und «Netzwerk für Gesundheit» wehen vor dem Vivantes Klinikum.

Der 48-jährige Ex-Manager im landeseigenen Gesundheitsunternehmen soll ab 2011 die Erneuerung von Telekommunikationsnetzwerken geplant haben. Im Juni 2013 sei eine europaweite öffentliche Ausschreibung zur Vergabe eines Auftrags geschaltet worden. Im Folgemonat sei ihm von dem 52-jährigen Mitangeklagten ein sechsstelliger Betrag dafür angeboten worden, dass er zu dessen Gunsten auf die Vergabe einwirke, so die Anklage. Das Auftragsvolumen soll über fünf Millionen Euro betragen haben.
Von Bestechlichkeit und Bestechung geht die Staatsanwaltschaft im Falle der beiden Hauptangeklagten aus. Zudem wird einem dritten Angeklagten Beihilfe zur Last gelegt. Er soll auf Veranlassung des 52-Jährigen nach erfolgreichem Vertragsabschluss eine Visakarte an den 48-Jährigen übergeben haben. Zuvor habe der 52-Jährige dafür gesorgt, dass ein Betrag von 249 859 Euro auf das Bezugskonto transferiert worden sei.
Im Frühjahr 2014 war bekannt geworden, dass die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den damaligen Vivantes-Manager aufgenommen hat. Der Mann sei mit sofortiger Wirkung von seinen Dienstgeschäften entbunden worden, teilte das Gesundheitsunternehmen damals mit. Der Prozess geht am 20. August weiter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 12. August 2020 14:47 Uhr

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