Farbattacke auf Bismarck-Denkmal

Farbattacke auf Bismarck-Denkmal

Unbekannte haben das Berliner Bismarck-Nationaldenkmal im Tiergarten mit goldener und rosa Farbe beschmiert. Am Sockel des Denkmals am Großen Stern wurde mit schwarzer Farbe der Schriftzug «Decolonize Berlin» (Berlin dekolonialisieren) aufgetragen.

  • Bismarck-Nationaldenkmal mit Farbe beschmiert© dpa
    «Decolonize Berlin» ist auf das mit Farbe beschmierte Bismarck-Nationaldenkmal in Berlin gesprüht.
  • Bismarck-Denkmal mit Farbe beschmiert© dpa
    17.07.2020, Berlin: Ein mit Farbe befüllter Luftballon liegt am beschmierten Bismarck-Nationaldenkmal in Berlin.
  • Bismarck-Denkmal mit Farbe beschmiert© dpa
    17.07.2020, Berlin: Unter anderem eine Figur des griechischen Titanen Atlas ist am Bismarck-Nationdenkmal in Berlin mit Farbe beschmiert.
Auf Flyern, die am Zaun vor dem Denkmal in Tiergarten angebracht waren, fordern den Leser auf, sich mit den Verbrechen der deutschen Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. In einer E-Mail, die der dpa vorliegt, gabdie Täter an, in der Nacht neben dem Denkmal auch Straßen «verschönert» zu haben. Wenn die Stadt Mörder und Rassisten auf Sockeln und Straßenschildern toleriert, leisten wir Widerstand, hieß es weiter. Zunächst hatte der rbb am 17. Juli 2020 berichtet.

Auch Bismarck-Denkmal in Hamburg wurde beschmiert

Der Berliner Polizei ist der Fall nach Aussage eines Sprechers bekannt. Ob Ermittlungen eingeleitet wurden, konnte er zunächst nicht sagen. Bereits im Juni wurde ein Bismarck-Denkmal in Hamburg mit Farbe beschmiert. Otto von Bismarck (1815-1898), Reichskanzler von 1871 bis 1890, bekämpfte Katholiken und Sozialisten und führte dennoch die fortschrittlichsten Sozialgesetze der Welt ein. Vielen gilt er als Wegbereiter des deutschen Kolonialismus.

Bündnis «Decolonize Berlin» distanziert sich von der Aktion

Nach eigener Angabe und entgegen anderslautender Meldungen hatte das Bündnis Decolonize Berlin e.V. keine Kenntnis von der Aktion. Der Verein ist Träger der Koordinierungsstelle zur Erstellung eines gesamtstädtischen Konzepts zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Berlins.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. Juli 2020 14:37 Uhr

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