Tausende Briefe entwendet und geplündert: Bewährungsstrafen

Tausende Briefe entwendet und geplündert: Bewährungsstrafen

Sie plünderten tausende Briefe: Rund neun Monate nach der Festnahme einer mutmaßlichen Bande von Postdieben hat das Amtsgericht Tiergarten drei Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Landgericht

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Landgericht Berlin.

Zudem sollen sie jeweils 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. In 18 Fällen habe ein 58-jähriger Angeklagter als damaliger Transportfahrer für Postsendungen mehreren Mittätern Zugang zu dem jeweils von ihm geführten verplombten Frachtfahrzeug gewährt, begründete der Vorsitzende Richter am Mittwoch (01. Juli 2020). Mehr als 7000 Euro seien von Juni bis September 2019 aus Briefen entwendet worden.

58-jähriger Hauptangeklagter erhielt Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten

Der 58-Jährige wurde der veruntreuenden Unterschlagung sowie der Verletzung des Postgeheimnisses schuldig gesprochen. Er erhielt eine Strafe von einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung. Die beiden 30-jährigen Mitangeklagten, die in mehreren Fällen Briefe entwendet und später auf Beute durchsucht hatten, wurden wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu zwei beziehungsweise einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von Wertersatz in Höhe des erlangen Betrages an.

Angeklagten gestanden ihre Taten

Die Angeklagten waren im September 2019 auf frischer Tat festgenommen worden. In Wohnungen in Neukölln, Köpenick und Lichtenberg hatten Ermittler nach Angaben der Polizei mehrere Säcke mit tausenden geöffneten Briefen sichergestellt. Die Angeklagten befanden sich etwa drei Monate in Untersuchungshaft. Im Prozess hatten sie über ihre Verteidiger gestanden. Für einen 30-Jährigen erklärte seine Anwältin, er habe «die Gunst der Stunde genutzt», weil man über den 58-Jährigen an Briefe gekommen sei. Ein weiterer Mitangeklagter sagte, er habe sich in Geldnot befunden. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen des Staatsanwalts. Auch die Verteidiger hatten auf Bewährungsstrafen plädiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 1. Juli 2020 16:32 Uhr

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