Vater mit Messer beinahe getötet: Sohn gesteht vor Gericht

Vater mit Messer beinahe getötet: Sohn gesteht vor Gericht

Weil er seinem Vater auf einem Laubengrundstück in Britz ein Messer in die Schläfe gerammt haben soll, muss sich ein 23-Jähriger vor dem Landgericht verantworten. Der Sohn hat zu Prozessbeginn am Dienstag (30. Juni 2020) ein Geständnis abgelegt.

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia

© dpa

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia.

Er sei wütend und in Rage gewesen, weil ihn sein Vater vor die Tür setzen wollte, erklärte der Angeklagte. Bei dem Angriff im März 2020 habe er sich im Recht gefühlt. Inzwischen sei ihm sein Verhalten unerklärlich. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Messer in linke Schläfe gestochen

Der Sohn soll seinen Vater zunächst mit einem Baseballschläger attackiert haben. Nachdem der 45 Jahre alte Mann den Schlag abwehren konnte und beide Männer dabei zu Boden gegangen seien, habe der Sohn ein Messer aus seiner Hosentasche gezogen, heißt es in der Anlage. Er habe dem Vater «mit weiter fortbestehendem Tötungsvorsatz» in die linke Schläfe gestochen. Die Lebensgefährtin des Opfers sei dazwischen gegangen und habe den Sohn mit einer Gartenharke abwehren können. Der Vater habe eine Stichwunde nahe dem Auge und einen Jochbeinbruch erlitten. Drei Tage sei er stationär behandelt worden.

Angeklagter bereut seine Tat

Der deutsche Angeklagte erklärte weiter, er sei wegen drohender Obdachlosigkeit «extrem sauer» gewesen und habe «Rot» gesehen. Das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater sei seit Jahren schwierig. «Er interessierte sich nicht für mich», so der Sohn. Kurz vor seiner Tat habe er Alkohol konsumiert. Er sei froh, dass sein Vater den Angriff überlebte. «Was geschah, tut mir leid», so der gelernte Glas- und Gebäudereiniger. Der Prozess wird am 2. Juli fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. Juni 2020 15:51 Uhr

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