150 000 Euro erschlichen: Bewährung für Mitarbeiterin

150 000 Euro erschlichen: Bewährung für Mitarbeiterin

Weil sie als Mitarbeiterin eines großen Online-Händlers das Buchungssystem manipuliert und in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte, ist eine 32-Jährige zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die Statue der Justitia steht im Gegenlicht der Sonne

© dpa

Die Frau habe sich des gewerbsmäßigen Computerbetrugs in 104 Fällen mit einem Schaden von fast 150 000 Euro schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Mittwoch (24. Juni 2020). Die Angeklagte hatte zuvor gestanden. Viele Bestellungen seien an Menschen aus ihrem Umfeld gegangen. Sie habe ihnen «etwas Gutes» tun wollen.

Betrugsserie begann 2017

Die Angeklagte hatte nach ihren Angaben Anfang 2017 als Mitarbeiterin im Bereich Kundenservice International begonnen. Nur Monate später hatte sie laut Ermittlungen mit der Betrugsserie begonnen. So habe sie Lieferungen als bezahlt gebucht, obwohl die Waren tatsächlich nicht bezahlt worden waren. In anderen Fällen habe sie Waren, die nach erfolgter Bezahlung geliefert wurden, als in Verlust geraten gemeldet und die Rückzahlung des Kaufpreises kassiert. Weitere Taten seien über angebliche Retouren gelaufen.

«Es lief völlig außer Kontrolle»

Die Angeklagte erklärte weiter, sie habe ihr nahe stehenden Personen vorgegaukelt, sie habe als Mitarbeiterin des Online-Versandhändlers einen Rabatt von 75 Prozent. Die angebliche Restsumme habe sie oft von den Bekannten bekommen. «Ich konnte die Wünsche nicht abschlagen, es lief völlig außer Kontrolle», so die Frau. Im März 2018 habe sie von einem Tag auf den anderen die Arbeit beendet und sei zurück in ihren Heimatort in den Niederlanden gereist. Sie leide seit Jahren unter psychischen Problemen und wolle eine Therapie beginnen.

Urteil entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft

Das  Gericht ordnete zudem die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 148 791 Euro an. Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwältin. Auch der Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Juni 2020 08:26 Uhr

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