Zerstörungswut: Polizei geht Zeugenhinweisen nach

Zerstörungswut: Polizei geht Zeugenhinweisen nach

Drei Tage nach einem Zug der Zerstörung von mutmaßlichen Linksextremisten durch Neukölln sind einige Hinweise bei der Polizei eingegangen. Diese würden jetzt geprüft, um die Täter zu ermitteln, sagte ein Sprecher am Montag. Die genaue Zahl der Hinweise wurde nicht bekanntgegeben.

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Am Freitagabend (05. Juni 2020) waren laut Zeugenaussagen etwa 50 zum Teil vermummte Menschen durch mehrere Straßen in Neukölln gezogen und hatten gezielt Fenster von kleineren und größeren Geschäften zerstört und Autos beschädigt. Im Internet kursierten auch Videos von den Taten.
Die Polizei geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus und bat in einem Aufruf um Hinweise von Zeugen, die Verdächtige beim Umziehen oder der Flucht sahen. 20 Menschen - 13 Frauen und 7 Männer - waren direkt nach der Tat vorläufig festgenommen und dann wieder freigelassen worden.
Die Zerstörungen liefen wohl sehr schnell ab. Danach verschwanden die Täter. In der Zeitung «B.Z.» wird ein Polizeisprecher zitiert: «Wir können so etwas nur stoppen, wenn wir davon wissen. Wir mussten erst alarmiert werden. Nicht an jeder Straßenecke haben wir einen Beamten positioniert.»
In einem Text auf einer linksradikalen Internetseite hieß es, man habe das kapitalistische System angegriffen und «Glasbruch» verursacht. Dafür sei Neukölln bewusst gewählt worden, weil es dort viele rassistische Anschläge von Neonazis gebe und die Polizei bewusst wegsehe. Außerdem sei man «anlässlich des Mordes an George Floyd und in Solidarität mit der Revolte in den USA» vorgegangen. Der Afroamerikaner Floyd war Ende Mai im US-Bundesstaat Minnesota durch einen weißen Polizisten getötet worden. Auch 2016 waren Linksautonome durch die Weserstraße in Neukölln gezogen und hatten 20 Autos schwer beschädigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Juni 2020 08:52 Uhr

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