Hantelscheiben aus Fenster geworfen: Beschuldigter gesteht

Hantelscheiben aus Fenster geworfen: Beschuldigter gesteht

Nach mehreren gewalttätigen Angriffen muss sich ein 46-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Justitia

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Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale.

Zuletzt soll der Mann zwei schwere Hantelscheiben aus Metall aus dem Fenster seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung in Richtung von Polizisten geworfen haben, die vor dem Haus in Reinickendorf gestanden hätten. Die Beamten hätten ausweichen können. Der Beschuldigte sagte zu Prozessbeginn am Freitag (27. März 2020), er sei «in einer Art Trancezustand» gewesen, habe innere Stimmen gehört und sei zum Täter geworden.
Auslöser für den Polizeieinsatz im Oktober 2019 soll ein Angriff auf zwei Mitarbeiter des sozialpsychiatrischen Dienstes gewesen sein. Sie hätten den seit Jahren psychisch kranken Mann im Zusammenhang mit einer Behandlung aufgesucht, hieß es am Rande des Prozesses. Laut Anklage soll der 46-Jährige zunächst eine Frau attackiert haben, als sie seine Wohnung verlassen wollte. Am nächsten Tag habe er eine Frau im Hausflur geschubst und einen Mann geschlagen. Als es anschließend zum Wurf der Hantelscheiben kam, habe er mögliche tödliche Folgen billigend in Kauf genommen.
Der Beschuldigte sagte, er habe damals eigenmächtig ihm verordnete Medikamente abgesetzt. Das habe vermutlich zu den Taten geführt. Die Staatsanwaltschaft strebt die Unterbringung des 46-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Prozess wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung soll am 31. März fortgesetzt werden.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 27. März 2020 14:05 Uhr

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