Frauen in Bahnen attackiert: Mann wollte ins Gefängnis

Frauen in Bahnen attackiert: Mann wollte ins Gefängnis

Weil er mehrfach Frauen in Berliner öffentlichen Verkehrsmitteln angegriffen haben soll, muss sich ein 33-Jähriger vor dem Landgericht verantworten. Er sei damals obdachlos gewesen und habe «mit aller Macht versucht, ins Gefängnis zu kommen», erklärte er zu Prozessbeginn am Freitag. An vier der zehn angeklagten Taten könne er sich erinnern. In einem Fall habe er mit einer Nagelschere zugestochen. Wegen einer Erkrankung soll der Mann nicht schuldfähig gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft strebt seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Justitia-Statue in Frankfurt

© dpa

Die Statue der Justitia ziert den Gerechtigkeitsbrunnen.

Die Übergriffe begannen den Ermittlungen zufolge am 30. Januar 2019. Unvermittelt habe der 33-Jährige einer Frau in einer S-Bahn mit der flachen Hand in das Gesicht geschlagen. Zwei Tage später habe er eine Frau derart mit der Hand geschlagen, dass sie stürzte. Ein anderes Opfer sei auf dem Bahnhof Berlin-Lichtenberg von hinten mit einer Nagelschere attackiert worden. Die Frau habe eine kleine blutende Wunde in der rechten Schulter erlitten. «Schlimmere Verletzungen traten nicht ein, weil sie eine dicke Jacke und einen Pullover trug.»
Der Beschuldigte sagte weiter, er habe damals Drogen konsumiert und auf der Straße gelebt. «Dann kam ich auf die Idee mit dem Gefängnis, damit ich nicht mehr frieren muss und mein Essen bekomme.» Er habe «überwintern» wollen. Mehrmals hätten Polizisten wegen eines Schlages zwar seine Personalien aufgenommen. «Aber dann durfte ich gehen.» Für den Prozess sind fünf weitere Tage bis zum 6. März geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. Februar 2020 15:04 Uhr

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