Deutlich mehr Übergriffe gegen LGBT-Personen in Berlin

Deutlich mehr Übergriffe gegen LGBT-Personen in Berlin

Deutlich mehr Übergriffe gegen schwule Männer, Transsexuelle und lesbische Frauen sind von der Berliner Polizei in diesem Jahr 2019 registriert worden.

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

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Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

Bis Ende September waren es 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik am 2. Dezember 2019 bei einer Preisverleihung des Bündnisses gegen Homophobie am Potsdamer Platz sagte. Im Vorjahreszeitraum zählte die Polizei nach letzten offiziellen Zahlen 184 Übergriffe. Die Tatorte lagen meist in den Stadtteilen Mitte, Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln.

«Anstieg der Hasskriminalität»

Slowik sprach von einer «zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft» und einem «Anstieg der Hasskriminalität» in vielen Bereichen. Gleichzeitig würden mehr Opfer als früher zur Polizei gehen und Anzeigen erstatten. Diese beiden Tendenzen seien der Grund für den Anstieg. Die Polizei geht laut Slowik aber auch davon aus, dass es in diesem Kriminalitätsbereich ein großes Dunkelfeld gibt, dass also viele Taten nie angezeigt und bekannt werden.

In diesem Jahr seien 51 Taten angeklagt worden

Generalstaatsanwältin Margarete Koppers räumte ein, dass die Strafverfolgung oft schwierig sei. Beleidigungen im Internet könnten nicht immer bestraft werden, weil die Täter oft nicht identifiziert werden könnten. In diesem Jahr seien 51 Taten angeklagt worden. Überwiegend hätten die Richter Geldstrafen verhängt, in vier Fällen habe es aber auch Gefängnisstrafen oder Jugendstrafen für Raubüberfälle oder Körperverletzungen gegeben.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 2. Dezember 2019 12:30 Uhr

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